Hermann Schmitz: Wie der Mensch zur Welt kommt. Beiträge zur Geschichte der Selbstwerdung

Wie der Mensch zur Welt kommt Couverture du livre Wie der Mensch zur Welt kommt
Hermann Schmitz
Verlag Karl Alber
2019
Paperback 24,00 €
120

Reviewed by: Jonas Puchta (University of Rostock)

Nach sechzigjähriger Schaffenszeit widmet sich Hermann Schmitz, der Begründer der Neuen Phänomenologie, in seinem 56. Buch der Individuation der Person als „Geschichte der Selbstwerdung“. Dabei entfaltet er sein Denken nicht grundsätzlich neu, sondern reformuliert Grundthemen der Neuen Phänomenologie wie das „affektive Betroffensein“, den „Leib“ oder die „Zeit“, die in zehn Kapiteln den „Zugang zur Welt“ der Person ersichtlich werden lassen. Zwar sind die Kapitel auch unabhängig voneinander lesbar, jedoch so konzipiert, dass sich bei sukzessiver Lektüre die „Selbstwerdung“ des Menschen nachvollziehbar entfalten soll.

Der Weg zur Selbstwerdung setzt ein mit dem „affektiven Betroffensein“, das stattfindet, wenn jemanden etwas spürbar so nahegeht, dass er auf sich selbst aufmerksam wird. (13) Dafür ist kein bestimmtes Denk- oder Reflexionsvermögen von Nöten, sodass auch schon Tiere oder Säuglinge affektiv betroffen sind. (Ebd.) Die Tatsachen des affektiven Betroffenseins sind für Schmitz subjektive Tatsachen, die er von den objektiven unterscheidet. Während subjektive Tatsachen ausschließlich die Person aussagen kann, die auch tatsächlich spürbar betroffen ist, können objektive Tatsachen von jedem ausgesagt werden, der ausreichend Informationen über den Sachverhalt besitzt (13, 15f.). Objektive Tatsachen umfassen beispielsweise den Blick eines distanziert protokollierenden Beobachters, während die subjektiven Tatsachen den unmittelbar Getroffenen nahegehen. (16, 19f.) Die Missachtung der Subjektivität in der Philosophiegeschichte führte, so Schmitz, zu einer Spaltung des „wirklichen Subjekts“ in ein erscheinendes empirisches und ein metaphysisches transzendentales Subjekt, das von der Lebenswelt des Menschen gänzlich unabhängig ist, und wird somit zur Grundlage „aller möglichen idealistischen Erkenntnistheorien“. (20f.) Das affektive Betroffensein soll dabei zugunsten von Konzepten der Seele oder des Bewusstseins übersehen worden sein, die Schmitz anhand seiner Analysen der Leiblichkeit und der Gefühle überflüssig machen will. (23f.)

Dazu beleuchtet er zunächst im zweiten Kapitel die Atmosphären des Gefühls als eine Quelle des affektiven Betroffenseins. Dabei will Schmitz über die philosophische Tradition hinausgehen, wobei er Kants Position kritisiert, Gefühle als bloße Lust oder Unlust aufzufassen und Brentano und Scheler vorwirft, diese auf intentionale Akte zu reduzieren. (37) Dafür sei es erforderlich, sich in „phänomenologisch haltbarer Weise“ zu vergewissern, wie Gefühle dem Menschen begegnen. (Ebd.) Atmosphären wie Zorn, Freude oder Schuld ergreifen den Leib spürbar so, dass die Person immer erst nachträglich zum Gefühl Stellung beziehen kann. (26, 28) Die „Macht“ der Atmosphären besteht im Moment der Ergriffenheit, wenn dem zunächst passiv Betroffenen bestimmte „Bewegungssuggestionen“ eingegeben werden und dieser so dem Gefühl anfänglich unterworfen ist. (47) Diese spürbaren Bewegungen oder Richtungen geben dem Ergriffen zum Beispiel gewisse Haltungen oder Impulse ein, wie es am gesenkten Kopf eines Trauernden zu beobachten ist. (Ebd.) Die „Gesinnung“ als aktives Empfangen des Gefühls, welches auch schon bei Tieren vorhanden ist, stellt sich als bestimmte präpersonale Art des Sich-Einlassens auf das Gefühl heraus (27f.), wenn sich zum Beispiel auf die Trauer weinerlich oder standhaft eingelassen wird. Erst in der darauffolgenden aktiven personellen Stellungnahme im „Dialog“ mit dem Gefühl ist es aber möglich, einen „personalen Stil des Fühlens“ als Teil der personellen „Fassung“ zu entwickeln, die zwischen „personaler Regression“ und „personaler Emanzipation“ vermittelt. (27, 38, 107) Die Stellungnahme variiert dabei zwischen einer Preisgabe an das Gefühl, wenn sich der Betroffene von diesem mitreißen lässt oder im Widerstand, bei dem sich der Macht der Ergriffenheit entzogen wird. (27f.) Die „Kunst der Bewältigung“ des Gefühls besteht für Schmitz darin, die Zeit zwischen Ergriffenheit und Stellungnahme kurz zu halten (48), also frühzeitig die Möglichkeit der Auseinandersetzung mit der Gefühlsmacht wahrzunehmen, wobei eine konkrete Beschreibung dieses Umgangs ausbleibt.

Wie Schmitz im dritten Kapitel verdeutlicht, ist das affektive Betroffensein nicht nur für die Wirklichkeitsgewissheit, sondern auch für die Lebensführung von Bedeutung. (52) Die „Autorität der Gefühle“ wie auch die „Evidenz von Tatsachen“ sind Möglichkeiten, die Verbindlichkeit von Normen geltend zu machen. Gefühle haben im Moment der Ergriffenheit eine Verbindlichkeit von Normen mit der „Autorität unbedingten Ernstes“, welche die Person vor eine große Verantwortung im Handeln stellt. (53) Auf dem „höchsten Niveau personaler Emanzipation“, das Schmitz auch mit der „Vernunft“ gleichsetzt, gilt es zu überprüfen, ob sich der Evidenz oder der Autorität zu entziehen oder zu unterwerfen ist, ohne dabei von einer ethischen Handlungsmaxime auszugehen, die auf jede Situation gleichermaßen anzuwenden ist. (54, 60) In dieser Hinsicht wird der „Vernunft“ wie auch dem Rationalismus ihr Recht eingestanden, wenn es „angemessener Informationen“ oder der sinnvollen Einschätzung über eine Sachlage bedarf. (55) So muss beispielsweise der Wissenschaftler, der bei seiner Arbeit von Zorn oder Eifer ergriffen ist, sich zugunsten seiner Erkenntnisse von diesen Gefühlen freimachen. (Ebd.) Daran anschließend geht Schmitz beiläufig im vierten Kapitel der Bedeutung der „Autorität der Gefühle“ im Christentum nach, das er von der Metaphysik losgelöst sehen will. (57, 62) Religion wird verstanden als „Verhalten aus Betroffensein von Göttlichem“ (57) und ist damit ursprünglich immer mit einer spürbaren Erfahrung verbunden und nicht auf bloße Lektüre oder Rezeption heiliger Schriften zu reduzieren. Göttliche Gefühle entfalten ihre Kraft aus der ihnen eigentümlichen Autorität unbedingten Ernstes (59), sind aber auch eingebunden in unübersichtliche Situationen. In diesen werden die Gefühle oftmals als „Plakatierungen“ – der Begriff ist hier frei von negativen Konnotationen zu verstehen – anschaulich „zusammengefasst“, worunter Schmitz vor allem Feste, Symbole, Personen, aber auch die Götter selbst versteht. (60f.) Ohne sich als Christ oder zur Religiosität zu bekennen, hält er dem Christentum zugute, die Autorität eines Gefühls mit unbedingtem Ernst, wie der Liebe, dem gegenwärtigen „ironistischen Zeitalter“ entgegen zu halten, das sich in einer haltlosen Beliebigkeit des „Anything goes“ oder der „Coolness“ verrennen soll. (62f.)

Alles affektive Betroffensein ist leiblich spürbar vermittelt, weshalb der Leib als wesentlicher Ausgangspunkt der menschlichen Lebenserfahrung vom äußeren sicht- und tastbaren Körper, der zum Beispiel Gegenstand der Naturwissenschaft ist, unterschieden wird. (65f.) Während der Körper in einem flächenhaltigen messbaren Raum zu verorten ist, sind der Leib wie auch die Atmosphären flächenlos (40, 66f.), woraus aber kein an die Philosophietradition anknüpfender Dualismus zwischen Leib und Körper abzuleiten ist. (67) Der Leib wird vielmehr durch „Einleibung“ mit dem Körper dynamisch zusammengeschlossen, was zum Beispiel dann ersichtlich wird, wenn „Bewegungssuggestionen“ der Musik den Leib ergreifen und sich auf die körperlichen Glieder beim Tanzen „übertragen“. (68) Schmitz gesteht ein, dass der Körper für die Funktionen des Leibes von Bedeutung ist, verweist aber mittels Phantomglieder oder Berichten von Nahtoderfahrungen auf die Möglichkeit, eines nicht notwendigen oder dauerhaften Zusammenhanges, (70) wobei er darüber hinaus keine „gültige Bestätigung“ bzw. eindeutig nachweisbare Kausalität vorliegen sieht, dass der Leib aufgrund körperliche Prozesse entsteht oder auf diese zu reduzieren ist. (69) Zur Beschreibung der menschlichen Lebenserfahrung ist für Schmitz einzig der Leib von Bedeutung, wobei der Körper vielmehr ein „sperriger Block“ im „In-der-Welt-sein“ des Menschen darstellt. (70) Diese Einschätzung durchzieht Schmitz´ gesamtes Werk, in dem er bewusst auf die Einbeziehung von biologischen oder physikalischen Erkenntnissen der Naturwissenschaft verzichtet. Dagegen könnte der Vorwurf laut werden, dass der Leib zu autonom von körperlichen Prozessen verstanden wird. Wenn dieser Einwand auch nicht unbegründet ist, kann Schmitz´ Bestreben aber gerade auch als Widerstand gegen das reduktionistische und mittlerweile alltägliche Selbstverständnis des Menschen gelesen werden, welches die Lebenserfahrung auf Hormonausschüttungen oder neuronale Prozesse reduziert und damit das eigentliche Erleben auszuschalten droht.

In den Kapiteln sechs bis neun beleuchtet Schmitz die Zeit, die stets an das präpersonale wie auch personale Leben geknüpft ist. Die „primitive Gegenwart“ als „plötzlicher Einbruch des Neuen“, der zum Beispiel spürbar als engender Schreck leiblich erfahrbar wird, stiftet die „absolute Identität“ und legt damit den Grundstein zur „Selbstheit“. (74f.) Die vorhergehende selbstlose Weite, wie sie zum Beispiel am Kontinuum oder im Dösen nachzuvollziehen ist, wird durch die „primitive Gegenwart“ zerrissen in die Dauer als „Urprozess“ einer Bewegung zum untergehenden „Vorbeisein“ und einer Bewegung des „Fortwährens“ zum Neuen (83) und legt damit den Ursprung der Zeit. Schmitz richtet sich gegen die alltägliche Vorstellung, dass die Zeit eine alle Prozesse umfassende Bewegung sei und bezeichnet dessen vermeintlich gleichmäßiges Voranschreiten – wie es die Bewegung einer Uhr suggeriert – als bloßes Kunstprodukt. (Ebd.) Vielmehr soll die Zeitlichkeit an die Leiblichkeit der Person geknüpft und essentieller Bestandteil der Selbstfindung des Menschen sein. Die Dynamik des Leibes, so Schmitz, ahmt demnach die Strukturen der Zeit nach, wenn die gespürte „Enge“ die Richtung zum Vergehen und die „Weite“ das Fortschreiten in die Zukunft vermitteln soll. (Ebd.) Mit dem Eintritt der „absoluten Identität“ gliedert sich die „Weite“ in Situationen (75), die auch einen wesentlichen Anteil der Zeiteinheiten ausmachen sollen. (86) Die Verteilung der Dauer orientiert sich zum Beispiel an „zuständlichen“ oder „aktuellen“ Situationen. (84f., 91f.) Der Mensch ist durch die Sprache zur „Explikation“ oder „Vereinzelung“ fähig, um so aus den Situationen einzelne Bedeutungen zu individuieren und eine konkrete Einteilung der Zeit als „modale Lagezeit“ vorzunehmen, die aus der „Modalzeit“ einerseits und der „Lagezeit“ andererseits besteht. Die ursprünglichere „Modalzeit“ spaltet sich mit dem „Einbruch des Neuen“ in die Vergangenheit, als das, was nicht mehr ist, in die Zukunft, als das, was noch nicht ist und in die Gegenwart. (89, 93) Die „Lagezeit“ ist dagegen zu verstehen als Anordnung gleichzeitiger einzelner Ereignisse oder Daten in einer linearen Folge des Früheren zum Späteren. (Ebd.) Die Verbindung von „Lage“- und „Modalzeit“ zur „modalen Lagezeit“ macht sich der Mensch zunutze, indem er wie beim Gebrauch von Uhren die Dauer in Zeitstrecken mit jeweils einzelnen messbaren Zeitpunkten einteilt (79 ff.), was für die Orientierung des Menschen unerlässlich ist. Der „gewöhnliche Rhythmus des Lebens“ geschieht aber abschließend nicht in einem allumfassenden zeitlichen Rahmen oder einer Abfolge regelmäßig aufeinanderfolgender Zeitpunkte, sondern besteht in den immer wiederkehrenden „Einbrüchen des Neuen“, welche die fortwährende ruhende Dauer „zerreißen“ und durch welche sich der Mensch auf diese Weise immer wieder selbst finden soll. (91)

Diese zeitlichen Prozesse sind auch für das Personsein des Menschen von erheblicher Bedeutung. Im letzten Kapitel fasst Schmitz seine Erkenntnisse zum Prozess der Individuation des Menschen zusammen, die er aber nicht als Geburt in eine bereits vorhandene Welt begreift. (97) Auf der ersten Stufe der bloßen Selbstlosigkeit in der Weite des Kontinuums wird mit dem „Einbruch des Neuen“ wie beim affektiven Betroffensein durch den Schreck die absolute Identität gestiftet und gleichzeitig der Ursprung der Zeit gelegt. (97ff.) Aus der „primitiven Gegenwart“ resultiert die „leibliche Dynamik“ und die „leibliche Kommunikation“, mit der auch die Bildung von bedeutsamen Situationen einhergeht. (99f.) Die „leibliche Dynamik“ differenziert Schmitz nach ihrer Bindungsform zwischen gespürter Enge und Weite, die charakteristisch für die „leibliche Disposition“ der Person wird. Aus diesen Dispositionen werden Charaktertypen abgeleitet, die sich hinsichtlich der Offenheit oder Empfänglichkeit im Umgang mit Gefühlen oder Personen unterscheiden. (33ff.) Erst der Mensch, der über das Säuglingsalter hinausgegangen ist, kann dann auf einer nächsten Stufe mittels Sprache einzelne Bedeutungen aus der Situation explizieren und sich so auf andere Weise in seiner Umgebung zurechtfinden. (101 f.) Erst auf diesem Niveau ist es möglich, von einer Person zu sprechen, die in der Lage ist, sich in einem „Netz von Gattungen“ als Etwas zu verstehen und sich zum Beispiel anhand von bestimmten Rollen zu verorten oder selbst zu bestimmen. (104) Das „Sammelbecken“ als Ort der explizierten vereinzelten Bedeutungen und Gattungen bildet daran anschließend auf einer vierten Stufe die „Welt“, die nicht statisch vorhanden ist, sondern erst mit dem fragenden Explizieren der Person entsteht. (104f., 110) Die labile Person steht in diesem Zusammenhang vor der Aufgabe, sich zwischen „personaler Regression“ wie im „affektiven Betroffensein“ und „personaler Emanzipation“ in kritischer Distanz zur Betroffenheit zurechtzufinden. (106ff.) Damit einher geht auch die immer fortwährende Bildung der „persönlichen Eigenwelt“, die sich aus den Bedeutungen ergibt, welche für die Person durch die unmittelbare Betroffenheit subjektiv sind, während die „persönliche Fremdwelt“ alle Bedeutungen umfasst, die durch Abstandnahme in der personalen Emanzipation objektiviert sind. (Ebd.)

Schmitz greift bei der Darstellung seiner Thesen auf sein umfassendes Werk zurück, um in aller Kürze und mit teilweise auffälligen Wiederholungen – bedingt durch seine Erblindung (10) – im Stil eines Vortragenden der Thematik der Selbstwerdung gerecht zu werden. Zwar wirken seine Formulierungen an einigen Stellen gedrängt und verlangen nach mehr Ausführlichkeit, jedoch sind seine Überlegungen bereits detaillierter in seinem opus magnum, dem „System der Philosophie“, angelegt und in zahlreichen Büchern weiterentwickelt. Schmitz spürt dem, was andere Philosophen wie selbstverständlich voraussetzen – dass sich der Mensch „immer schon“ in einer Welt vorfindet – akribisch nach, indem er auch den Zugang zur Welt auf der Basis strenger, phänomenologischer Begriffe beleuchtet.

Dabei scheinen seine Überlegungen in die Nähe eines Idealismus zu rücken, wenn er die Zeit stets an die Leiblichkeit knüpft und auch die Entstehung der Welt an eine explizierende Person gebunden ist. Betroffenheit wie auch die Explikation der Person sind fundamentale Bestandteile der Weltentstehung im obigen Sinne, weshalb „Selbstwerdung“ auch immer Weltwerdung mit meint. Es wäre jedoch voreilig, Schmitz´ Weltbegriff als eine Form des traditionellen Idealismus zu deuten, von dem er sich nämlich explizit abgrenzen möchte. Den „naiven Idealismus“, der den Geist des Menschen in der Rolle des „Weltbaumeisters“ übertrieben haben soll, will Schmitz mit seiner Konzeption gerade überwinden. (108) Schmitz schreibt dem Menschen keine Schöpferqualitäten zu,[1] gesteht aber ein, dass die Person durch „eigene Zusätze“ wie im bereits erwähnten Uhrengebrauch die Welt „vervollständigen“ oder zu ergänzen versucht. (108) Daneben muss auch klar sein, dass bei der Explikation der Person keine Welt aus dem Nichts konstruiert wird, denn die explizierte Bedeutsamkeit ist immer primär[2] und liegt bereits „chaotisch mannigfaltig“ vor, ist aber ohne die Leistung der Person noch nicht vereinzelt, weshalb sich Schmitz´ Konzeption auch gegen ein konstruktivistisches Weltverständnis richtet. Dass etwas existiert, ist damit nicht vollständig an die Explikationsleistung der Person gebunden.

Dass die Person aus der Weltwerdung nicht wegzudenken ist, kann sich auch auf das Philosophieverständnis des Autors zurückführen lassen. Philosophie definiert dieser von Beginn seines Schaffens an als „Sichbesinnen des Menschen auf sein Sichfinden in seiner Umgebung“.[3] Einen objektiven oder distanzierten „Blick von Nirgendwo“, wie Schmitz mit Rückgriff auf Thomas Nagel formuliert (20f.), der gänzlich unabhängig von einer Person besteht, sucht man bei diesem „Sichfinden“ des Menschen vergeblich, denn affektives Betroffenensein des Leibes oder fragendes Explizieren in einer bestimmten Situation sind unhintergehbare Bestandteile des menschlichen Lebens. Schmitz fundamentaler phänomenologischer Anspruch, diese Facetten der Lebenserfahrung herauszustellen, spiegeln sich gerade in seinem Weltverständnis wider, dass sich auch deshalb unvereinbar mit dem Naturalismus von diesem unterscheidt.

Seine Konzeption ist aber auch kaum mit dem Weltverständnis des „Neuen Realismus“ vereinbar wie ihn Markus Gabriel prominent zu begründen versucht und der sich damit ebenfalls gegen die Vorherrschaft des Naturalismus behaupten will.[4] Schmitz´ Buch „Gibt es die Welt?“[5] kann zumindest dem Titel nach als unausgesprochene Antwort auf Gabriels zuvor erschienenes Werk „Warum es die Welt nicht gibt“ gelten, aber auch anderweitig stellte er immer wieder Bezüge her. (51f.)[6] Gabriel richtet sich gegen die These, dass es eine Welt als absolute Totalität geben könnte, weil man stets unfähig ist, diese vollständig zu beschreiben.[7] Stattdessen will er im Rahmen seiner „Sinnfeldontologie“ zeigen, dass Gegenstände in unzähligen „Sinnfeldern“ vorkommen und das die Rede von Existenz bedeutet, dass etwas in einem solchen „Sinnfeld“ „erscheint“.[8] Im Vergleich zu diesem Ansatz bekämpft auch Schmitz einen Weltbegriff, der traditionell als einheitliche und absolute Totalität postuliert wird, verwendet dabei aber grundsätzlich andere Mittel. Dass es primär Gegenstände sein sollen, welche ein Sinnfeld ausfüllen, muss für Schmitz aufgrund seines phänomenologischen Anspruchs befremdlich wirken. Denn er will primär gerade nicht von bloßen Gegenständen ausgehen, sondern von ganzheitlichen Situationen, aus denen erst sekundär einzelne Bedeutsamkeit und nicht vordergründig Gegenstände individuiert werden. Daher müsste für ihn auch anstatt vom „Erscheinen“ von der „Explikation“ die Rede sein, die eng an die Leistung der Person und der Selbstwerdung gebunden ist, aber in Gabriels Überlegungen kaum eine Rolle spielen. Während dieser in seiner Ontologie den Weltbegriff verabschieden will und deshalb auch das „Zur-Welt-Kommen“ des Menschen nicht im Blick hat, versucht Schmitz´ das traditionelle Weltverständnis durch ein neues zu ersetzen. Bei allen Unterschieden zwischen den Autoren verfolgen aber beide immerhin eine gemeinsame Absicht: Denn neben der Kritik am Naturalismus richtet sich Gabriels philosophisches Vorhaben auch gegen einen radikalen Konstruktivismus[9], weshalb eine Verständigung zwischen den Autoren nicht von vorneherein auszuschließen, sondern vielmehr ertragreich sein kann.

Schmitz versucht in seinen Beiträgen zur „Geschichte der Selbstwerdung“ und der damit einhergehenden Weltentstehung, sowohl den Realismus als auch den Idealismus hinter sich zu lassen. Weder die Person noch die Welt sind einfach statisch vorhanden, wenn die erstere immer wieder durch spürbare Erfahrungen auf sich aufmerksam wird, um letztere erst durch Sprache für sich und andere ersichtlich zu machen. Unter Berücksichtigung der Lebenserfahrung vermag Schmitz es so, stufenartig die Geschichte der Selbstwerdung und damit auch die Grundlagen der Person aufzuzeigen.


[1] Hermann Schmitz, Wozu philosophieren? (Freiburg/München: Karl Alber, 2018), 94.

[2] Hermann Schmitz, Adolf Hitler in der Geschichte (Bonn: Bouvier, 1999), 27.

[3] Hermann Schmitz, System der Philosophie Bd. 1: Die Gegenwart (Bonn: Bouvier 2005 [1964]), 14.

[4] Vgl. Markus Gabriel, Sinn und Existenz (Berlin: Suhrkamp 2016), 89-94.

[5] Für den Bezug zu Gabriel vgl. Hermann Schmitz, Gibt es die Welt? (Freiburg/ München: Karl Alber 2014), 21, 26.

[6] Vgl. zum Beispiel Hermann Schmitz, Ausgrabungen zum wirklichen Leben (Freiburg/München: Karl Alber 2016), 245.

[7] Eine Möglichkeit, dies zu beweisen, entwickelt Gabriel mit dem „Listenargument“. Vgl. Gabriel, Sinn und Existenz, 45ff.

[8] Vgl. z.B. Gabriel, Sinn und Existenz, 163f., 173f., 183f.,191f., 193f.

[9] Vgl. Gabriel, Sinn und Existenz, S. 34f., 174f.

John Behr: John the Theologian and his Paschal Gospel: A Prologue to Theology, Oxford University Press, 2019

John the Theologian and his Paschal Gospel: A Prologue to Theology Couverture du livre John the Theologian and his Paschal Gospel: A Prologue to Theology
John Behr
Oxford University Press
2019
Hardback £85.00
416

Andrew J. Mitchell: Heidegger unter Bildhauern. Körper, Raum und die Kunst des Wohnens

Heidegger unter Bildhauern. Körper, Raum und die Kunst des Wohnens Couverture du livre Heidegger unter Bildhauern. Körper, Raum und die Kunst des Wohnens
Heidegger Forum 15
Andrew J. Mitchell. Aus dem Englischen von Peter Trawny
Klostermann
2018
Paperback 24,80 €
150

Reviewed by: Giovanna Caruso (University of Koblenz-Landau)

Die Rolle des Raumes, der bislang in Heideggers Denken neben jener der Zeit bzw. der Zeitlichkeit kaum wahrgenommen wurde, ist in den letzten Jahren immer häufiger in den Fokus der Forschung gerückt worden. Es wird dabei betont, dass vor allem die kleinen Schriften über die Kunst, die im Laufe der 1960er Jahre anlässlich von Heideggers Begegnung mit einigen zeitgenössischen Künstlern entstanden sind, von einem starken Interesse Heideggers am Phänomen des Raumes zeugen. Denn diesen Texten lässt sich eine Raumauffassung entnehmen, die im Vergleich zur Räumlichkeit des Daseins in Sein und Zeit oder auch zur Konzeption des Raumes als Wohnen in den 1940er und 1950er Jahren neue Verhältnisse zwischen Raum und Zeit, Raum und Dasein, Raum und Körper und nicht zuletzt zwischen Raum und Welt entstehen lässt. In diesem Forschungskontext, der der Spur des späten Heidegger auf der Suche nach seiner revidierten Raumauffassung folgt, verortet sich auch Andrew J. Mitchells Heidegger unter Bildhauern. Körper, Raum und die Kunst des Wohnens. Wie der Titel bereits verrät, stellt Mitchell Heideggers Konzeption des Raumes in seinem Verhältnis zum Körper und zur Kunst – insbesondere zur plastischen Kunst – dar. Zu diesem Zweck untersucht und interpretiert er in Anlehnung an Heideggers Denken die Werke der Bildhauer Ernst Barlach, Bernhard Heiliger und Eduardo Chillida, denen er jeweils ein Kapitel widmet.

Der erste Satz des Buches fasst implizit seinen Ausgangspunkt und sein Ziel zusammen: „Die Bildhauerei lehrt uns, was es heißt, in der Welt zu sein.“ (9) Eine fragwürdige, sehr allgemeine und sogar tendenziöse Annahme – könnte man denken. Auch die Erklärung, die der Autor kurz darauf vorschlägt – „In dieser Welt zu sein heißt stets, einen materiellen Raum von Strahlung zu betreten.“ (9) –, bleibt erklärungsbedürftig. Wenn man aber die Ungenauigkeit dieser Annahme vorläufig akzeptiert und sich von ihr durch den Text leiten lässt, wird im Laufe der Lektüre verständlich, dass dieser vermeintlich unverständliche Ansatz das Programm des gesamten Werkes Mitchells zum Ausdruck bringt. Denn dem Schlüsselbegriff ‚Grenze‘ folgend, will der Autor in seinem Buch zeigen, dass Heidegger durch eine Auseinandersetzung mit der Bildhauerei eine Raumkonzeption entwickelt, auf Basis derer der Unterschied zwischen Raum und Kunst aufgehoben wird. Mitchell zeigt darüber hinaus, dass, indem Raum zur Kunst und Kunst zum Raum wird, Heidegger ein neues Verständnis des Verhältnisses des Daseins zu seinem Wohnend-Sein bzw. zu seinem In-der-Welt-Sein entwirft.

Um die Entwicklung und zugleich die Ergebnisse der Heideggerschen Auseinandersetzung mit dem Raum-Begriff von den 1920er bis zu den 1960er Jahren darstellen zu können, gliedert Mitchell sein Werk in fünf chronologisch aufeinanderfolgende Teile. Auf eine lange Einleitung, die von Sein und Zeit (1927) über die Kunstwerksabhandlung (1935) bis zu den späten 1960er Jahren durch die bedeutendsten Etappen das Verhältnis von Dasein, Kunst und Raum im Denken Heideggers rekonstruiert, folgen drei aufeinander aufbauende Kapiteln, die die Zusammenhänge zwischen dem Denken Heideggers und der Kunst Ernst Barlachs (1.Kapitel), Bernhard Heiligers (2. Kapitel) und Eduardo Chillidas (4. Kapitel) untersuchen. Das dritte Kapitel hingegen ist einen Exkurs über Heideggers Vortrag Die Herkunft der Kunst und die Bestimmung des Denkens. Eine Darstellung dieser Abschnitte wird im Folgenden jene Aspekte fokussieren, die Mitchel zufolge für die Entwicklung des Denkens Heideggers in Bezug auf das Verhältnis von Raum, Kunst und Mensch eine besonders wichtige Rolle spielen.

Statt den Leser in das Thema des Buches einzuführen oder einen systematischen bzw. historischen Hintergrund zur Orientierung zu umreißen, versetzt die Einleitung ihn sofort ins Zentrum der Betrachtung. Durch eine Sprache, die deutlich eine starke Beeinflussung durch Heideggers Stil erkennen lässt, gewinnt der Leser einen unmittelbaren Zugang zur Thematik des Werkes: das neue Verhältnis von Körper und Raum, das sich deutlich in den Vorträgen und kleineren Schriften Heideggers der 1960er Jahre zeigt. Schon die ersten Seiten des Werkes entwerfen eine innovative Interpretation der Entwicklung der Raumauffassung im Denken Heideggers. Denn Mitchell stellt keinen Bruch zwischen der Raumauffassung von Sein und Zeit und jener der späten 1960er Jahre fest. Er vertritt vielmehr eine Kontinuitätsthese: Die in den 1960er Jahren von Heidegger entwickelte Auffassung des Raumes und seines Verhältnisses zum Körper „schreitet“ laut Mitchell „auf einem Denkweg durch Sein und Zeit zur Abhandlung über ‚den Ursprung des Kunstwerks‘“. (10) Damit bestreitet Mitchell jedoch nicht, dass sich die Raumkonzeption Heideggers im Laufe seines Denkens deutlich verändert hat. Er plädiert aber für die These, dass Heideggers Werke der 1920er und 1930er Jahre den Kern seiner späteren Raumauffassung bereits in sich tragen. Eben diese kontinuierliche Entwicklung des Heideggerschen Raumverständnisses wird von Mitchell in der Einleitung auf kurze und prägnante Weise dargestellt. Er zeigt zuerst, dass die Auffassung des Raumes in Sein und Zeit Grenzen aufweist, die seiner Analyse zufolge dadurch entstehen, dass Heidegger die Räumlichkeit des Daseins „vom daseinsmäßigen Nutzen des Zeugs (des ‚Zuhandenen‘) her“ (13) denkt. (Vgl. 11–17) Aufgrund dessen bleibe der Raum in Sein und Zeit ausschließlich ein funktionaler Raum, dessen Existenz vom handelnden Menschen abhängig ist. (Vgl. 17) In einem zweiten Schritt zeigt Mitchell, wie Heidegger die Auffassung eines funktionalen Raumes überwindet und im Kunstwerksaufsatz eine Konzeption entwickelt, die auf einem vom Dasein unabhängigen Raum basiert. (Vgl. 17-24) Diese neue Idee eines autonomen, „anti-utilitaristischen“ (21) Raumes wird Mitchell zufolge im Kunstwerksaufsatz im Schlüsselbegriff ‚Erde‘ expliziert: „Erde nennt eine exzessive und abgründige Phänomenalität, eine Erscheinung, die auf keiner unterliegenden Substanz beruht.“ (19) Auf dieser veränderten Auffassung des Raumes, die nun von Heidegger als Erscheinung bzw. als Lichtung der Wahrheit (vgl. 21) verstanden wird, basieren Mitchell zufolge die Veränderungen in Bezug auf das Verhältnis von Körper und Raum, die sich in Heideggers Denken in den 1960er Jahren anlässlich seiner Auseinandersetzung mit den Plastiken verschiedener Künstler äußern.

Vor dem Hintergrund der dargestellten Entwicklung untersucht Mitchell im ersten Kapitel seines Buches (vgl. 31-48) den Zusammenhang zwischen dem Spätdenken Heideggers und der Kunst Ernst Barlachs. Der Begriff der Seinsverlassenheit bildet dem Autor zufolge das Bindeglied zwischen Heideggers Denken und Barlachs Kunstwerken. In diesem Zusammenhang deutet Mitchell Verlassenheit als „Weg, Sein als weder völlig präsent (es hat Seiendes verlassen) noch als völlig absent zu verstehen“ (33) und somit das Seiende als „etwas Offenes, das in die Welt ausgeschüttet ist“, (34) zu erfahren. Die stark metaphorischen, fast poetischen Züge der Sprache Mitchells beeinträchtigen bisweilen ein systematisches, eindeutiges Verständnis des Textes. Dennoch lässt sich Mitchells Interpretation der Werke Barlachs in Bezug auf Heideggers Denken erkennen: Indem die formlosen Körper-Skulpturen Barlachs ein Seiendes ohne bestimmte Grenze bzw. ein offenes, nicht abgeschlossenes Objekt verkörpern, stellen sie laut Mitchell die Spannung zwischen Präsenz und Absenz dar, die der Seinsverlassenheit eigen ist, und werden somit als Ausdruck der „Unbestimmtheit des irdischen Lebens“ (43) gedeutet. Außerdem betont Mitchell, dass eine implizite Kritik an der Welt der Technik und am Formideal des Nationalsozialismus als deren Konsequenz vorgenommen wird: „Barlachs Skulpturen sind mehr geformt als jeder Nazi-Körper es sein könnte, gerade durch ihre Weigerung, Form zu verdinglichen oder zu kristallisieren und sie von ihren sie ermöglichenden Bedingungen abzuziehen.“ (47)

Dieses Verhältnis von Raum und Körper, das die formlosen, offenen Skulpturen Barlachs bereits implizit thematisieren, wird zum Hauptthema in Heideggers Rede Bemerkungen zu Kunst-Plastik-Raum, die er 1964 anlässlich seiner Auseinandersetzung mit den Kunstwerken Bernhard Heiligers gehalten hat. Auf Basis dieses Textes zeigt Mitchell im zweiten Kapitel seines Buches (vgl. 49–72), dass Heidegger das Verhältnis von Kunst und Raum eindringlich untersucht, dass er grundlegende Fragen über die Möglichkeit einer Auseinandersetzung mit dem Raum für den Künstler aufwirft und dass dabei auch das Verhältnis von Körper und Raum zunehmend an Bedeutung gewinnt. Bei dem Versuch, dieses Geflecht von Verhältnissen, Bezügen, Verweisen und Zusammenhängen zwischen Kunst, Raum und Körper zu entwirren, entwirft Heidegger laut Mitchell eine neue Auffassung des Raumes, die dazu zwingt, auch seinen Bezug zur Kunst und zum Dasein neu zu denken. Gegen die klassische Raumauffassung, die die Definition des Raumes mit den Körpern verbindet, zeigt Mitchell, dass Heidegger den Raum vom Raum und nicht vom Körper her denkt. Auf dieser Weise definiert Heidegger den Raum als Räumen. Dies ermöglicht, „Raum nicht länger abstrakt und homogen, sondern selbst schon sich versammelnd und furchend und ausstreckend und zurückschnappend in Gebiete, Fernen, Richtungen und Schranken“ (58) zu denken. Diese neue Raumauffassung fordert, dass auch das Verhältnis von Dasein und räumendem Raum vom Raum her gedacht wird – und nicht mehr wie in Sein und Zeit vom Dasein her. Aus dieser Perspektive neu gedacht, lässt sich Mitchell zufolge das Verhältnis von Dasein und Raum als ein sich gegenseitiges Durchdringen und Prägen verdeutlichen. (Vgl. 60) Entsprechend heißt In-der-Welt-Sein, dass das Dasein durch die Welt geprägt ist und dass sich die Welt konsequenterweise, wenn auch verdeckt, in jedem Dasein zeigt. Eben dieses unsichtbare Verhältnis des Menschen zur Welt und zugleich die unsichtbare Präsenz der Welt in jedem Menschen werden laut Mitchell von Heidegger in Heiligers Kopf-Werken zum Ausdruck gebracht: „Wenn der Künstler einen Kopf modelliert, so scheint er nur die sichtbaren Oberflächen nachzubilden; in Wahrheit bildet er das eigentlich Unsichtbare, nämlich die Weise, wie dieser Kopf in die Welt blickt, wie er im Offenen des Raumes sich aufhält, darin von Menschen und Dingen angegangen wird.“ (61) In diesem Verhältnis von Welt und Mensch kommt den Begriffen des Zwischen, der Bewegung und der Relationalität in der Argumentation Mitchells besondere Relevanz zu. (Vgl. 63–67) In Anlehnung an den kurzen Dankesbrief, den Heidegger nach einem Besuch des Heiligers Ateliers schrieb, (vgl. 63) und auf Basis einiger Bemerkungen Heiligers, der selbst seine Skulpturen als Kunstwerke in Bewegung bzw. als etwas Offenes, in dem Offenheit waltet und Welt erscheint (vgl. 63), beschreibt, deutet Mitchell die Welt als Zusammengehörigkeit von Menschen und Dingen bzw. als ein geheimnisvolles Dazwischen. (Vgl. 65–66) Dadurch will Mitchell an den Werken Heiligers zeigen, welche Deutung von Welt und Mensch sich aus der Heideggerschen Auffassung des Raumes als Räumen ergibt. Der Versuch Mitchells, diese Idee der Welt als Zwischen und ihre Bedeutung für den Menschen zu verdeutlichen, wird jedoch durch seine literarische Sprache, die das Verständnis erschwert, ausgedrückt: Mitchell schreitet an dieser Stelle seiner Betrachtung durch intuitive Verbindungen zwischen den Sätzen, er bedient sich metaphorischer Bilder, die schnell aufeinanderfolgen und die intuitiv aufeinander verweisen. Der Diskurs scheint existenziell poetische Gedanke hervorrufen und das Terrain des philosophischen Argumentierens bzw. der Kunstkritik verlassen zu wollen. Diese existenzielle Richtung verstärkt sich im nachfolgenden Paragraph ‚Artikulation 2: Verfall und Erosion‘. (Vgl. 67–72) Mitchell betont, dass die Kunstwerke Heiligers, die die Relationalität zwischen Mensch und Welt ausdrücken, „die Tatsache [attestieren], dass Bewegung ein Abnutzen ist“. (67) In diesem Sinne expliziert der Autor weiter, dass „ein Werden hin zu etwas […] ein Werden weg von etwas“ (67) ist. Eben dieses Thema der ‚Distanzierung von etwas‘ wird von Mitchell in seiner Deutung der Werke Heiligers betont, weil er darin den Ausdruck einer grundlegenden Weise des In-der-Welt-Seins sieht. Ausgehend von dieser Deutung der Werke Heiligers bringt Mitchell einen anderen Wesenszug des Verhältnisses von Mensch und Welt zum Ausdruck. Denn die Welt wird nun nicht als etwas verstanden, das den Menschen prägt, sondern als etwas, das uns verbraucht bzw. „erodiert“: (68) Insofern Mensch und Welt sich gegenseitig durchdringen und prägen und sich daher in einer ständigen Bewegung bzw. einem ständigem Werden befinden, das nicht nur ein Werden zu etwas, sondern auch ein ‚Weg von etwas‘ ist, verbraucht die Welt den Menschen. Mit den folgenden Worten drückt Mitchell diesen Gedanken in all seiner Radikalität aus: „Wir sind durch Welt verwittert, erodiert im Zwischen. Unsere Absprache besteht darin, gemeinsam zu erodieren.“ (68) Indem die Skulptur den Menschen in diesem Zwischen hält – so Mitchell weiter – und Verbindung zwischen Mensch und Welt stiftet und daher Mensch und Welt verändert, erweist sich die Skulptur für diesen Erosionsprozess des Menschen als mitverantwortlich. (Vgl. 71)

Bevor Mitchell auf das Verhältnis des Heideggerschen Denken und der Kunst Eduardo Chillidas eingeht – ein Verhältnis, das dem Autor zufolge eine weitere Entwicklung des Verhältnisses von Raum, Körper und Kunst im Denken Heideggers darstellt –, setzt sich Mitchell in einem kurzen Exkurs mit Heideggers Die Herkunft der Kunst und die Bestimmung des Denkens auseinander. (Vgl. 73–81) Mit der Interpretation Mitchells, die ausgehend vom Blick Athenas auf die Steingrenzen (vgl. 77) darauf zielt, die Zusammengehörigkeit von τέχνη und ϕύσις im Denken Heideggers zu begründen, ist die Heidegger-Forschung längst vertraut. „Der Ruf der ϕύσις ist“, schreibt Mitchell, „für die menschlichen Werke also eine Einladung die Welt zu prägen, doch zugleich auch sich selbst von der Welt prägen zu lassen.“ (80) Besonders interessant und originell ist dagegen der Gedanke, dass das Bas-Relief in einer ausgezeichneten Weise diese Zusammengehörigkeit von ϕύσις und τέχνη bzw. von Natürlichem und Künstlichem zum Ausdruck bringt. (Vgl. 80) Diesbezüglich weist Mitchell darauf hin, dass es vielleicht kein Zufall ist, dass die drei Bildhauer, mit denen Heidegger sich auseinandergesetzt hat, im Relief arbeiten. (Vgl. 80)

Im vierten Kapitel seines Werkes stellt Mitchell den letzten Schritt und daher das endgültige Ergebnis der Auseinandersetzung Heideggers mit dem Raum und dem Körper dar, das Heidegger laut Mitchell 1968 anlässlich der Begegnung mit den Kunstwerken Chillidas entwickelt hat. (Vgl. 83–109) Der grundlegende Gedanke dieses Schritts und der Wandel im Verhältnis zur vorherigen Raumkonzeption Heideggers besteht Mitchell zufolge darin, dass, indem Heidegger eine physikalische bzw. metaphysische Auffassung von Raum explizit ablehnt, jeder Unterschied zwischen Kunst und Raum aufgehoben wird. Wenn daher die Werke Barlachs und Heiligers noch von einer Trennung von Raum und Kunst zeugen, die auf unterschiedliche Art und Weise überbrückt wird, konstatiert Heidegger anlässlich der Begegnung mit den Werken Chillidas, dass eine solche Trennung und konsequenterweise eine Überbrückung der Lücke zwischen Kunst und Raum überhaupt nicht denkbar ist. (Vgl. 84–86) Denn Kunst ist keine „Besitzergreifung des Raumes“ (84), sondern sie ist schon immer ein räumender Raum, ein Ort gewordenen Räumens. Diese radikal neue Konzeption des Raumes und seines Verhältnisses zur Kunst bewirkt – so Mitchell – Veränderungen in der Auffassung des Verhältnisses von Raum, Werkzeug und Kunstwerk, von Raum und Menschen, von Raum und Sprache und von Raum und Körper. In Bezug auf das Werkzeug behauptet Mitchell, dass die Funktion des Werkzeugs als Medium zwischen Künstler und Materie in Frage gestellt wird. (Vgl. 91) Denn es gibt keine Leere mehr zwischen den beiden, die durch Werkzeuge gefüllt bzw. überbrückt werden muss. Mitchell verdeutlicht des Weiteren, inwiefern sich auch der Bezug des Daseins zum Raum ändert: Das Dasein verliert sein Privileg als Handelnder, der Räume bildet, stiftet, eröffnet oder ermöglicht. Vielmehr wird das Dasein vom Räumen des Raumes gedacht und ist daher schon dem All des Seienden zugehörig. (Vgl. 100-104) Inwiefern sich auch das Wesen der Sprache in Bezug auf diese neue Raumkonzeption verändert, wird von Mitchell nicht ausführlich erklärt. Er stellt in Heideggers Versuch, den Raum etymologisch zu erhellen, lediglich eine „Betonung der Sprache“ (105) fest. Diesbezüglich sagt er sogar: „‚Kunst und Raum‘ bringt uns dazu, eine Zwiefalt zu denken: dass Raum sprachlich und Sprache räumlich sei.“ (105) Leider erklärt Mitchell nicht, wie genau diese von ihm behauptete Zusammengehörigkeit oder sogar Identität von Raum und Sprache zu verstehen ist. Erklärungsbedürftig bleibt bedauerlicherweise auch die Verbindung, die Mitchell in den letzten Sätzen dieses Abschnittes zwischen Körper, Raum und Wahrheit herstellt. (Vgl. 108–109) Außerdem ist auf eine Irritation zu verweisen, mit der sich der Leser bei der Lektüre dieses Kapitels konfrontiert sieht. Im dritten Teil dieses Kapitels mit der Überschrift ‚Setzen Bringen Zusammenarbeiten‘ (94–99) setzt sich Mitchell mit dem Unterschied zwischen dem ‚sich-ins-Werk-Setzen‘ und dem ‚ins-Werk-Bringen‘ der Wahrheit in der Kunst auseinander. Der Autor macht darauf aufmerksam, dass – wie Heidegger selbst im ‚Zusatz‘ zu Der Ursprung des Kunstwerks bemerkt – in der Entwicklung des Heideggerschen Denkens ein Wandel vom Setzen zum Bringen stattfindet. (Vgl. 94) Dieser Wandel wird jedoch von Mitchell darin identifiziert, dass ‚Setzen‘ ein Moment von Gewalt mit sich bringe, während ‚Bringen‘ etwas Weicheres darstellt, indem es eine Begleitung und nicht eine Gewalt betone. (Vgl. 97) Aus diesem Grund erklärt der Autor: „Die Wahrheit des Werkes erscheint daher in ‚Kunst und Raum‘ weniger insistent als in ‚Der Ursprung des Kunstwerkes‘.“ (97) Dabei übersieht Mitchell aber den bedeutendsten Unterschied zwischen den beiden Ausdrücken, der darin besteht, dass der erste (sich-ins-Werk-Setzen) reflexiv ist und der zweite (ins-Werk-Bringen) eben nicht. Und dies bewirkt eine grundlegende Veränderung des Verhältnisses von Wahrheit und Kunst und konsequenterweise auch eine Veränderung der Rolle des Künstlers. Denn während die Wahrheit im Kunstwerksaufsatz als die ‚sich-Setzende‘ aktiv im Kunstwerk erscheint bzw. geschieht, gewinnt der Künstler in den späteren Auffassung Heideggers eine viel stärkere Rolle, indem er die Wahrheit ins Werk bringt.

Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse der vorhergehenden Kapitel zusammen und zeichnet dadurch den Weg, auf welchem Heidegger ausgehend von der Begegnung mit den formlosen Körpern Barlachs über jene mit den Köpfen Heiligers bis zu der Auseinandersetzung mit den Vögeln Chillidas seine Raumauffassung in den 1960er Jahren entworfen hat. Vor dem Hintergrund dieser neuen Raumkonzeption versucht Mitchell auf den letzten zwei Seiten, den Menschen in den Mittelpunkt der Betrachtung zu stellen und sein Verhältnis zu sich selbst, zu den anderen, zu seinem In-der-Welt-Sein und zur Wahrheit neu zu konturieren. Leider zeichnet sich auch dieser Abschnitt durch eine sehr kryptische Sprachverwendung aus. Aufgrund dessen bleibt es schwer nachvollziehbar, inwiefern Mitchell das aus der neuen Raumsauffassung entstandene Verhältnis von Mensch, Plastik und Raum als eine Aufforderung für den Menschen, sein Leben zu ändern, versteht. (Vgl. 114)

Abgesehen von diesen Unklarheiten der Darstellung trägt das Buch zweifellos zur Klärung der in der Heidegger-Forschung tendenziell vernachlässigten Thematik des Raumes bei und ergänzt diese um interessante Überlegungen und Denkanstößen. Denn Mitchell unternimmt in seinem Buch den gewagten Versuch, auf Basis sehr kurzer und zuweilen unsystematischer Texte des späten Heidegger eine systematische Raumkonzeption darzustellen. Es gelingt Mitchell jedoch nicht immer, die Schwierigkeiten zu umgehen, die ein solches Vorhaben unvermeidlich mit sich bringt. An einigen Stellen erweckt der Text den Eindruck, als ob der Autor, indem er in Anlehnung an die Texte Heideggers und mithilfe seiner Begrifflichkeit die Werke der drei Bildhauer deutet, ihnen Inhalte, Bedeutungen oder Verweise zuspricht, die diesen Kunstwerken andernfalls nicht zukommen. Eine andere Schwierigkeit, auf die bereits hingewiesen wurde, ist die Sprachverwendung. Oft wird eine sehr poetische Sprache verwendet: Einige Zusammenhänge und Verweise werden intuitiv aufgebaut und daher bleiben einige Gedanke erklärungsbedürftig. Auf Grund dessen entsteht der Eindruck, als habe sich der Autor nicht immer bemüht, seine Überlegungen zu erklären, und es stattdessen vorgezogen, á la Heidegger mit der Etymologie der Worte zu spielen und seinen Diskurs durch intuitive Verbindungen aufzubauen. Dies macht einige Textpassagen auch für den Heidegger-Kenner sehr schwer verständlich. Ob und inwiefern die Übersetzung Trawnys zu diesen Schwierigkeiten beiträgt, bleibt unklar. Außerdem lassen sich einige Ungenauigkeiten in der Auslegung der Texte Heideggers feststellen.

Trotz dieser kritischen Anmerkungen ist der Versuch Mitchells lesenswert. Denn der Leser erhält durch das Werk nicht nur einen Überblick über die kontinuierliche Entwicklung des Denken Heideggers über den Raum von Sein und Zeit bis zu den späten 1960er Jahren, sondern dem Leser werden darüber hinaus zahlreiche interessante Deutungsperspektiven des Heideggerschen Denkens angeboten, die sich als originell erweisen und über die Betrachtung Mitchells hinaus für eine Auseinandersetzung mit den Themen Raum, Dasein, Welt und selbstverständlich auch Kunst im Rahmen des Spätdenkens Heideggers fruchtbar gemacht werden können.

Edward S. Casey: The World on Edge

The World on Edge Couverture du livre The World on Edge
Edward S. Casey
Indiana University Press
2017
Paperback $42.00
385

Reviewed by: Lance Gracy (The University of Texas-San Antonio)

Introduction

Following his book on the phenomenology of borders, in Up Against the Wall: Re-imagining the U.S.-Mexico Border (Austin: University of Texas Press, 2014), Edward Casey discusses relevant topics in, The World on Edge. Readers, in particular those readers sympathetic to peri-phenomenological methods to doing philosophy, are provided with refreshing insight into the world constituted by edges of metaphysical, ontological and phenomenological significance. In his book, Casey takes preoccupation with a description of the role of edges in the world. Indeed, what are edges? What is the significance of them? Casey’s pursues “the thesis that edges are constitutive not only of what we perceive, but also of what we think and of the places and events in which we are situated” (xiii). In this context, edges are not merely things worthy of storing, reflecting upon, or collecting; rather, they are “distinct presences” that are “essential to being a thing or thought” (xiii). According to Casey, edges play a dramatic role. As the drama of the world unfolds, edges “act” as a presence of being to “cut a dramatic figure” into not only our perception, but our thoughts as well (xiv). In the prelude to his book, Casey provides an image of an edge-of-presence, and by means of it we come to realize what Casey is after in his description of edges as “distinct presence.” In the given image, we see a mountain-edge cutting through light and darkness, along with a description of the edge, as if the edge itself had some poetic presence “to be light! And to thirst for the nightly!” (Nietzsche, 1999, 70-1). But Casey’s description of edges is more fundamental than poetics. He provides us with a description of edges as enantiodromia, Heraclitus’s word for the “sudden reversal into the opposite” (xvii). Accordingly, Casey gives us a description of enantiodromia as the “line of flight”, or in Deleuze and Guattari’s sense of the term, as a “quasi-linear structure that is inherently mobile rather than fixed” (xviii). Casey refers to this sort of edge as the “ultimate edge of our life”, which “bears up and bears out” what it edges (xv). At any rate, edges of this sort are related to dramatic experiences; that is to say, they compare and contrast world events, such as those of politics, or as Casey mentions specifically, the 2016 American presidential race, Tahrir square, and numerous other dramatic events—even our own death (xvii). As we see, reflect, perceive, and consider, we contemplate the “role of edges” as something of experienced dramatically “at every level” (xiii). What more is there to edges?

Summary

Casey is preoccupied with the question of “whether edges are something … or nothing—or perhaps next to nothing” (xvii). Assuming edges are something or next to nothing, what is the presence of an edge? How do we describe the presence of a world “on edge”? In relation to his primary thesis, Casey pursues “exact description of edges in four ways” (xviii). In part one, he examines “borders and boundaries”; he also examines “edges and limits, edges and surfaces, as well as distinctive sorts of edges that pertain to places and limits” (xix). In part two, he compares “naturally given and humanly constructed edges”, which are edges experienced in “wilderness” and “constructed environments” (ibid). In part three, Casey considers the edges of bodies “psychical rather than physical” (ibid). Taking the three descriptive ways into a phenomenological whole, Casey aims to describe edges pervading “our inner as well as our outer lives” and also “how they arise in the interaction between human beings and what surrounds them: in bodies and minds, things on the earth and sights in the sky” (ibid). Casey’s description of edges is a totalizing one; it takes into account the very nature of edges as that which is constitutive of our own phenomenological experience(s). In relation to Chalmers and others, Casey’s edges are constitutive presences, which are realized through description of them as a “pure phenomenal concept” and as essential to thoughts and things. According to Casey, this “pure phenomenal concept” is peri-phenomenological. His peri-phenomenology is a method of “exact description” of edges as a ‘being-around’ “ostensibly peripheral phenomena” (xix). Fair to say, Casey’s phenomenological approach to edges is one of “risk-taking.” Wondrously enough though, this risk-taking approach, or this peri-phenomenological approach, is precisely what one would experience if they were to “walk” the edge.

In chapter one, Casey introduces us to “borders and boundaries” concerning an exact description of edges. Casey’s description of edge as border and boundary amplifies the notion of Edith Stein’s “metaleptic communion” as the sense of unity and distinction between two concepts of being (even radically different concepts of being), such as that of ‘light’ and ‘darkness’ (Calcagno, 2009, 51). Invoking Husserl’s passage in Ideas I of “Descriptive and Exact Science”, Casey forms a synthetic idea about borders and borders through distinction of irregular and non-irregular (or eidetic) shapes (9). Here, the thought is that borders or boundaries (in relation to edges) constitute irregular shapes, and according to Husserl (and apparently Casey), these edges require a phenomenological description. In other words, because edges are not necessarily Euclidean, Casey calls for a peri-phenomenology of edges, as borders and boundaries, to describe the way in which we make sense of edges constituting some irregular shape or object. Walking us through a series of examples about the distinction between irregular (descriptive) and non-irregular (exact science) constitution, Casey states, “[B]oundaries, although nonlinear in their alliance with natural features, can be represented by linear means—where ‘represented’ means literally given representation, as if delegated to do so” (14). In this context, the explicit non-linearness of edges as borders and boundaries can be represented in terms of linearality. Thus, even irregular borders and boundaries can be represented in linear means—thus a sense of mathematical functionality to them—thus a sense of rationality to them. At any rate, “Borders and boundaries possess a special force or power” and the edges essential to their force or power have a variety of distinct purposes (16-7). One such power or force is the way edges as borders and boundaries “intertangle” themselves in our own thinking because of the variety of expressions involved with them (23-4). For example, an edge bordering two univocal expressions of light might “intertangle” us into a contemplative state. Casey clues us in to how we can rid ourselves of such intertanglement, by stating, “[I]n descriptive fact, the matter is more complex and more interesting. To admit this [intertanglement] is not to descend into descriptive taxonomic chaos; [to admit this intertanglement] is to discern an abiding order in the midst of complexity. Even as embodying several sorts of edge, a given edge will as a rule exemplify one primary or most salient form of edge” (24, emphasis mine). Casey’s clue here is a road into the dramatic role of “borders and boundaries” because it gives us a key for understanding how two distinct, yet univocally related beings, are related to each other. He provides the key thus: two distinct, yet univocally related, beings are related to each by the “most salient form of edge” that provides an “abiding order in the midst of complexity.” One’s concern about how two distinct beings related to each other is more importantly set in the essential thought of their distinct relation: i.e., the salient edge, or form, between them.

In continuing the first part of his exact description of edges, Casey identifies “distinctive sorts of edges that pertain to places and limits” (xix). He provides us with a depiction of ‘edge’ in relation to surface, thing and place (40). After a thorough analysis of ‘surface’, Casey offers a proposition as follows, “The edge is all but the shadow of the surface” (43). Moreover, neither edge nor surface are substances in themselves, but rather expressions of the substance. The edge is essential to the substance, and the surface, as Merleau-Ponty wrote, is “the surface of a depth, [of] a cross section upon a massive being” (44). As we understand Casey, a distinctive edge, when ensconced in the meaning of ‘limit’, is that which is in relation to a depth-of-being, some thing, or some substance. Casey further writes that this distinctive edge is not “wholly immaterial or insubstantial”, and that it becomes a surface by relation to the surface (44). Similar to Husserl’s notion of ‘phantom’, distinctive edges becoming surfaces are often “left out of consideration” in their “capacity to exercise” causality (Sokolowski, 1974, 95-6). Furthermore, in section nine of chapter one, Casey offers a distinction of edge and limit. He states, “Edges are primus inter pares, first among what is otherwise equal in the playing field constituted by limits and edges … they are neither fully present nor strictly absent” (55-6). On the other hand, limits “exist elsewhere than in the immediately surrounding world of places to which we belong as sentient creatures” (55). Edges, as distinct from limits, “join the company of certain other phenomena that exhibit a like ambiguity of presence: [e.g.,] the human body (as Merleau-Ponty insists in his discussion of the phantom limb phenomenon), and the human face (emphasized in Levinas’s ethics)” but in contrast “limits are forever beyond ‘the bounds of sense,’ whereas edges emerge from within these bounds and help to concretize and complicate what appears there, even as they also mark its very evanescence” (56). To summarize here: edges constitute beings, such as things or thoughts, by their presence, but they are not beings-in-themselves; and distinctive edges emerge from limits, and can be spoken of thus: as distinctive edges that help concretize and complicate beings (or substances). So although edges are themselves not concrete, by relation to concrete beings they can help concretize beings (or substances).

Continuing Casey’s “exact description”, we come to part two, in which he provides an analysis of “naturally given and humanly constructed edges”, which are edges experienced in “wilderness” and “constructed environments” (xix). Casey begins here with what he considers to be “intermediate edges” (184). Casey identifies intermediate edges as edges that are mixed in with the wild and “the cultivated and artifactual,” and are furthermore expressed through what Foucault called heterotopias; i.e., “other places” (185-6). Intermediate edges have a certain compresence within both inclusive environments (e.g., those of Carthusian monks) and exclusive environments (e.g., those of dog-parks) (187). Casey discusses the naturally-free and flowing structure or environmental identity of intermediate edges as settings which grant humans and animals a certain capacity to walk and move unrestricted, wherein is experienced a “balance of spirit and humility” (187-88). One of the grand settings Casey uses to exemplify a setting constituted by intermediate edges is Central Park. He describes Central Park as “a vast heterogeneous multiplicity whose constituent elements exist at many scales: human, more-than-human, other-than-human” as well as an environment that “would count as ‘a plane of consistency’,” which is what Deleuze and Guattari’s termed “a region whose considerable diversity is coherent despite all the differences in kind, level, and number” (190). Edges constituting spaces or settings like Central Park invite us to have “bold imagination,” or what the Greeks called “greatness of soul” (megalopsychia) (190). They also invite us to new life, vita nuova (191). In what could be a mighty recompense for the inactive days of post-industrial British poetic imagination, Casey actively describes the intelligence of environments constructed by both Mother Nature and human ingenuity. The intelligence is the edginess of the construct: Is this not itself an ‘edgy-idea’ essential to Dasein?

Neighborhoods are also examples of what Casey has in mind about a description of “naturally given and humanly constructed edges” (xix). Neighborhoods give us a sense of community, especially if we understand how neighborhoods are places and/or communities constituted by edges. In reference to what Casey writes, neighborhoods are constituted by edged-places, which, according to Husserl, are each a “near-sphere”; or according to Heidegger, each is a “nearness” (195). On page 196, Casey gives us an image of a neighborhood as some kind of neural highway having various functions—various edged-places that are constitutive of an edged-boundary, which is, “the neighborhood” itself. Casey lists “meeting places”, “gateways”, and areas of “restricted access” as examples of these edged-places (196). According to Casey, the neighborhood is where the magic happens; it is essential to beings; beings get their thoughts and feeling about other beings from it (198-99). As such, we return to Casey’s notion of edges: they are essential to a thing or thought—in particular, the thing or thought of “neighborhood.” Casey concludes his discussion of intermediate edges, or edges naturally given as well as humanly constructed, by stating, “Each edge is transitional, none is ultimate. But taken together, all such edges constitute a city as anything but static—as an ever-evolving interplay of edges. In cities, the edge is where the action is … Every city is first and last—and at many points in between—an edge city” (204). We could do well to be denizens of such a city: a city “on edge.”

Casey’s penultimate part of his book, part three, “Edges of Body and Psyche, Earth and Sky” explores a whole phenomenology of “the world on edge.” It might well be described as a phenomenology of being as a bodily-boundary that lives within the bodily or non-bodily boundaries of the kosmos. He states, “My body is an earth body, and the earth is inhabited by living bodies, not only mine and not only human bodies but those of all other living beings as well” (298). One question that arouses much curiosity, which is really at the center of the philosophical task of his book, is, as Casey states, “whether there are specifically psychical edges—edges of states of mind, of moods, of feelings, of thoughts. Do they really exist?” (236). Casey provides an altogether practical case for the existence of psychical edges. He states as follows, “However tempting it is to regard exemplary cases of having an edge as physical, this does not preclude the possibility of genuinely psychical edges—that is, edges that belong to soul … in their own right. And more than just the possibility! Psychical edges are altogether actual insofar as they are feltfelt by us directly” (237). Suffice it to say that Casey is not alone in his general argument for psychical edges. We needn’t look further than Cartesian dualism or the Meinongian idea of mental content having qualia to realize that “psychical edges” have traction in the traditional philosophical canon. It is at the very least an entertaining notion that edges are not merely physical and purely literal, but also psychical and non-literal. And Casey goes further. He gives a two-fold distinction about psychical edges: (1) outer psychical edges and (2) inner psychical edges (240-41). Casey provides an explanation of the language we can use to discuss these aspects of psychical edges (e.g., language within the concept of “falling apart” during mental breakdowns, pp. 242-46). Notwithstanding, Casey tells us, that, “The self clearly has to have some minimal unity to be considered as split from itself” (257). From this idea we return to Edith Stein’s “metaleptic communion”: although edges are inside and outside, there is at the very least a minimal sense of unity between two aspects of ‘edge’. This brings us to one possible purpose of Casey’s description of edges in his penultimate part of the book: to reveal to us the grandeur of edges as that which constitute our life inside and outside; our life within and without. There is something worth critiquing about Casey’s analysis. Casey’s suggests that there is a need to distinguish the unitary from formal unity (260). He provides a few reasons as to why he thinks there is a need to distinguish the two: one reason is that formal unity is “fixed and static in character” and another reason is that, “Unlike formal unities, the psychically unitary cannot be quantified” (261). There are a few questions we can ask about this seemingly strange need to distinguish the unitary from formal unity. As to the first question, is formal unity “fixed and static in character” necessarily? It would seem formal unity is not “fixed and static in character” necessarily. As to the second question, why can’t the “psychically unitary” be quantified? It would seem the “psychically unitary” can be quantified somehow. We can imagine Casey has a response to these questions in his inner-psychical edge.

In the latter end of his penultimate section of The World on Edge, Casey provides us with a description of edges in relation to the earth and the kosmos. These sorts of edges are multitudinous: edges near and far from us; edges that lead into the underworld; found edges and edges of horizon and landscape; edges under our feet and edges above our heads (i.e., “comparative luminescence”); edges of the earth and the edge of the earth (278-284). In distinguishing between “edges of” and “the edge of” the earth, or what we can term particular-universals and the universal, Casey states as follows,

[S]everal of [the “edges of the earth”] we see directly, as determinate features of our environment. They are  already there, awaiting our discovery and perception and measurement. Unlike the horizon or the ground, they are always multiple, belonging to this protuberance here or that rill over there. Whether they are  sought out or not, they come forward into our experience as configuring the surface of the earth. By  contrast, the edge of the earth is fugitive and recessive. It is neither a thing nor an event; it is fundamental  yet intermittently experienced, sometimes confronting us but just as often eluding us…” (281).

And interestingly, “the edge of the earth” can be experienced as something quite elusive. It is, as Casey tells us, “a situation of elemental obscurum per obscurius, being made ‘obscure by the more obscure’;” yet, ironically, “edges of the earth” can be, according to Casey, “edges of unclearly presented entities [that] tend … to be unclear” (287). Do we wonder about the outermost edge? Are we like Heraclitus looking up into the Heavens at the cost of practical awareness? As we wonder, do we come up with an answer about this outermost edge? Casey gives us an interesting conundrum to try and solve our wondering of the outermost edge. Turning to the medieval conundrum of the javelin thrower, he asks, “Into what does he throw his spear, if he is himself situated on the outer-most edge of the known universe?” (288). Referencing Kant, Casey provides us with this sort of answer to the conundrum: “[T]hought without content is empty, and speculative thinking on its own ends in impasse” (289). In other words, the outer-most edge is not an empty thought, but speculative thinking only will only burden us more. So try, if you wish, to answer the conundrum, but know when to stop!

At any rate, Casey reaches his conclusive edge: the human being’s paradigmatic edge, their ultimate edge: Death, “beyond which there is no other” (343). Casey’s understanding of death constitutes paradoxical meanings about the psychical and psychical, such as his term “living death” (i.e., civic and social death), and “biological death” (344-45). In addition, Casey’s “ultimate edge of death” is one way of blending the psychical and psychical into one coherent meaning: “the final edge of life!” This edge is a border and boundary of the human condition, and it “cannot be reversed or crossed back over” (344). In this context, edges surely “cut a dramatic figure” into human existence, for edges “cut-around” the meaning of the body as it approaches its end, its “ultimate edge”, its autopsy (so to speak). Casey reveals to us that even though there are edges of thoughtful consideration, or those of pure speculation conducive to our curiosity, how much more curious and contemplative should we be about the ultimate “razor-edge” of our life: our very death! An old proverbial wisdom speaks keenly here: Indeed, the wise one thinks much of the Heavens, but they also they think much of death!

In summary, Casey calls his way of proceeding in his book “peri-phenomenology” (300). As Casey tells us, edges are precarious. Given that edges are associated with “risk”, peri-phenomenology is an apt way to go about edges carefully because peri-phenomenology does just that: it moves about contextual surroundings, which is, in certain cases, context-sensitive edges. What’s more: Casey appears to do exactly what he intended to do with his thesis through his peri-phenomenological approach: an “exact description” of edges. Peri-phenomenology is indeed the force from which Casey’s work appears outstanding. His thorough and rigorous exact description releases some precious nuggets of philosophical wisdom—wisdom beckoning to us take heed of the progressive revelations of our day. Surely, Casey’s book is a worthy testament to the burdensome undertaking of “edge-walking” amidst present-day global issues—in particular, the edge-walking amidst the pitfalls of political, societal, and even academic, issues. Casey’s understanding of “edge-walking” in this context is a precise sort of wisdom. He states as follows,

“What I have called the edge-world is not only a world composed of intricate patterns and permutations of edges; it is also a world that is itself on edge. As a consequence, each of us is pitched on a thousand edges—edges on which we shake and tremble even as we pretend to go about our lives undisturbed. Our equanimity is only skin-deep; underneath it the abysses gape open, not just at the far edge of the known world or at the base of a precipice. We are denizens of a world on edge, and we are ourselves creatures of exposed edges. This is not just a matter of being accident-prone or vulnerable as individuals. We carry risk to others, endangering their lives as well as our own. Whole populations of human beings have been decimated by their fellow humans. Many animal and bird species have been rendered extinct because of human actions in the Anthropocene. Now we are on the verge of making ourselves extinct if humanly induced climate change takes its full vengeance. There is no way to exist on earth, no alternative path, other than to follow the edges that guide us even as they expose us to risk at every turn. We must take such exposure into account, learning how to identify those edges that are likely to lead us astray: each of us exists on a perpetual visual cliff. Some edges bring us to an unwelcome fate for which we are not adequately prepared: on these I have focused in this epilogue. Instead of trying to forget them or merely regret them, we must think on them, reflecting on what they portend. Becoming wary of certain edges, we can come to trust other edges that will configure our life-worlds in ways that are both more constructive and more creative. These more auspicious edges point the way for us, incisively even if not infallibly. Thoughtfully traversed, they are able to liberate us, indicating directions with the potential to save us from our own destructive and self-destructive ventures” (351).

Able to liberate us, and able to give great meaning to life as well! Certainly, edges are essential to human beings, and they play a dramatic role. Of course, we can offer a critique of Casey’s work in the form of stating that there ought to be an answer as to why there is a “need to distinguish” formal unity from the unitary. Casey’s line of reasoning doesn’t seem to evince in us a sufficient reason as to why there is a need for such a distinction (as noted earlier in this review), but this critique doesn’t bear on the high performance and outstanding nature of Casey’s work. The critique is rather some pleasing outcome of Casey’s peri-phenomenological approach; and, in addition, it points out an interesting topic of discussion (e.g., formal unity vs. the unitary). In closing, I conclude by stating that Casey provides us with a refreshing and reinvigorating analysis of the world, The World on Edge. His book is a masterful ode to phenomenology, for it encourages phenomenologists to benefit from a seemingly neglected approach to phenomenology: peri-phenomenology. The methodology of it is a beneficial one, as it is capable of navigating numerous closely-related topics in “exact description.” With no serious doubt, Edward Casey has achieved something remarkable with his book, The World on Edge. Philosophers are hereby encouraged to read it, lest they lose their confidence to “walk the edge”!

References: 

Nietzsche, Friederich. 1999. Thus Spake Zarathustra. New York: Dover Publications: 70-1. Print. (Original published, 1883).

Sokolowski, Robert. 1974. Husserlian Meditations. US: Northwestern University Press: 95-6.  Print.

Calcagno, Antonio (2009). The Philosophy of Edith Stein. Pennsylvania: Duquesne University Press: 51. Print.

Till Grohmann: Corps et Monde dans l’Autisme et la Schizophrénie, Springer, 2019

Corps et Monde dans l’Autisme et la Schizophrénie: Approches ontologiques en psychopathologie Couverture du livre Corps et Monde dans l’Autisme et la Schizophrénie: Approches ontologiques en psychopathologie
Phaenomenologica, Volume 227
Till Grohmann
Springer
2019
Hardback 64,06 €

Helmuth Plessner: Levels of Organic Life and the Human: An Introduction to Philosophical Anthropology, Fordham University Press, 2019

Levels of Organic Life and the Human: An Introduction to Philosophical Anthropology Couverture du livre Levels of Organic Life and the Human: An Introduction to Philosophical Anthropology
Helmuth Plessner. Translated by Millay Hyatt. Introduction by J. M. Bernstein
Fordham University Press
2019
448

Hans Rainer Sepp: Philosophie der imaginären Dinge

Philosophie der imaginären Dinge Couverture du livre Philosophie der imaginären Dinge
Orbis Phaenomenologicus Studien, Bd. 40
Hans Rainer Sepp
Königshausen & Neumann
2018
Paperback 68.00 €
484

Reviewed by: Lona Gaikis (Academy of Fine Arts Vienna)

Hans Rainer Sepp’s book begins with the cultural crisis that spread with the age of industrialization and the evolvement of new analytic and mimetic tools that sparked a generation of Modernists, after 1900, who would explore the limits of the real. Quite alien and almost opposing to the high beliefs we have in contemporary sciences, their skepticism towards the means of technology—and those of humans—is striking, yet it is this caesura in the psychology of perception that would particularly seed phenomenology’s pursuit of an embodied perception (Philosophie der Leiblichkeit). Sepp’s introducing example and cover picture for the book of August Strindberg’s Celestographs (1893-94) synthesizes therefore not only the birth of the discipline to which advance it contributes. It also outlines the genuine outset of his philosophy of imaginary things (Philosophie der Imaginären Dinge): It is a discussion of the real as factual blur between objectivity and subjectivity. According to the Swedish playwright Strindberg (1849-1912), who trusted neither the senses, nor technological instruments to display the true nature of things, the only way to truth was to omit the instruments and organs that were so prone of warping and distorting the real. He therefore set out to capture the starlight directly on the carrier medium of photographic plates. The immediacy of his technique and the process of chemical developing produced a rather diffused reflection of the night sky. Contributing less to science, Strindberg’s Celestographs (1893-94) can be regarded as an important step in the history of abstract art and, in terms of Hans Rainer Sepp, show the need for non-signifying articulation that would represent a symbiosis of body, device and the image they produce. In between objectivity and subjectivity, its medium occurs at the borders of perception, respectively the imaginary. In the further course, the book unfolds from an analysis of imaginary things (imaginäre Dinge), to a philosophy of embodied cultural forms and epistemology.

Hans Rainer Sepp’s hypothesis of an external medium in the in-between of perception directs a critique towards mere introspection in phenomenology that even lead to an agenda of rather self-entangled discourses in twentieth century philosophy. For this reason, he hypothesizes a phenomenological pursuit that takes place in the space midst the body, its means and the event of engagement. Sepp conceptualizes this space in a three folded spanning from the body of limits (Grenzleib), over the body of direction (Richtungsleib) to the body of sense (Sinnleib). This segmentation of embodied perception enables an analysis of artworks that goes beyond conventional categorizations of cultural and artistic expression—respectively meaning—, genre or style, and treat examples from early human and ancient magical and ritualistic sites (the Paleolithic Chauvet Cave or Mesoamerican city Teotihuacan 1000 AD), as well as literary formats (Franz Kafka’s Beschreibung eines Kampfes, 1912) over film (Stanley Kubrick’s Clockwork Orange, 1971) to surrealist painting (Yves Tanguy’s Le Palais aux rochers de fenêtres, 1942) and even anatomical studies (Gunther von Hagen’s Körperwelten, 1996) under equal review. This displays a truly heterogenic selection that seems rather behoove of the author’s subjective preferences, than contributing to a canon. But particularly this objection directs attention to examples outside usual curatorial guidelines (i.e. Mark Morrisroe’s Ramsey, Lake Oswego 1986 and CHEUNG Chan-Fai’s The Photographer. In Kyoto, 2006; Kelly Richardson’s Marnier 9, 2012; Dorothy Napangardi’s Salt on Mina Mina, 2012) or the comparative analysis of artworks, and it reflects newer disciplines such as performance art, collage, experimental photography, digital animation from a poly-ethnic heritage—on the whole, a very stimulating compilation.

The book “Philosophie der Imaginären Dinge” (Philosophy of Imaginary Things) appears as both phenomenological study and cultural analysis, yet Hans Rainer Sepp has no curatorial or art historical agenda. The hybridity of the book is owed to its composition of twenty chapters, each as autonomous essays that have been written over the course of 17 years. According to the author, each chapter is laid out as “experimental” case study, which he understands in a very literal sense of ex-periri: As an intellectual venture with no escape exit that, instead of being backed up beforehand by a well-trodden path of established theories, would scout to find multiple paths to engage and challenge theory itself.[i] This leaves the reader with a sense of indecisiveness, as it appears that the essays bundled in this book, must have been supplemented only in hindsight with a phenomenological framework. But this, due to the complexity of its articulation, is rather unlikely. To term it an “experiment” is therefore unfortunate and misguiding, as it almost tries to hide Hans Rainer Sepp’s adept phenomenological practice, which proves to be highly ingrained in the elaborate discussions of the artworks.

Two kinds of readers will be attracted by this book: Those phenomenologists committed to Husserl’s legacy of questioning the object, its medium and the meaning of embodiment—as well as with a pursuit to extend it—, and readers from the arts appealed by Hans Rainer Sepp’s detailed analysis beyond the arbitrary and often hollow rhetoric used in so many art reviews. In terms of aesthetics and the meaning of art, he aims to excavate more than meets the eye by conceptualizing the “imaginary thing” as something that brings to light what ontology fails. It is an attempt to unravel the “philosophical” sedimented in art’s medium as a space in between subject, object and context. The author provides us with several enlightening insights to human existence and disguised artistic or aesthetic intents. Besides giving an understanding to historical contexts and accounts, Sepp speculates the epistemological value of form and expression within the realm of his methodology. However, readers of the second kind are likely to feel discomfort with several specifically phenomenological terms and their distinct conception.

The appreciative reader acquainted with phenomenological treatises will likely find Hans Rainer Sepp’s attempt to a philosophy of imaginary things, even to go as far as suggesting a meta-philosophy from the meontic, as he states at the end of the book,[ii] as quite adventurous. What he tries to articulate is indeed bold, and his theoretical and formal methodology in leaving a secured path and abandoning the blueprint of a discursive structure leads to a meandering of concepts, hypothesis and—sometimes surprising—conclusions. However “experimental” in the execution of his philosophical method, Hans Rainer Sepp has a concrete conception of imaginary things, which runs through the text consistently. He drafts the definition of imaginary things from the idea of the consistent and perceptible thing, yet the imaginary would exhibit a complexity of several components that concentrate within a context, but simultaneously direct to a whole inventory of senses outside the thing itself.[iii] Sepp refers his ideas behind this rather obscuring definition to Heidegger’s famous example of the qualities in a hammer and elaborates it further. The wooden handle and the iron piece signify the hammer’s purpose for hammering, yet its components, as well, direct to further intended purposes or potentials, which the action of hammering is actually subordinate to: For example, making a birdhouse. A text, too, in the author’s sense, is an imaginary thing. It is made of sentences that are traced as lines on a piece of paper, but also project the intention of articulating and mediating information to others. The text’s elements have meanings (languages) or even values (numbers and currency). As art form, the text will evoke a sense of virtuality. On the other hand, a tree or other living form refers, in first sense, to nothing but itself. It is only in the form of a poem or other artificial articulation such things would receive any sense beyond their meaning as thing.[iv] Having rendered this roughly, the core problem of Hans Rainer Sepp’s philosophy reveals itself: Everything, in this sense, can at one point become an imaginary thing. Yet, he is interested in the truly meontic—neither ontic nor ontological—and diffused sense of imaginary things. They should produce an independent fiction from sensation. From this diffusion, the process of meaning is only induced by the formation of a space that is tied both to the subject and object’s corporeality. These kinds of imaginary things are embodied by artworks. Lending from the words of the author, those imaginary things with most potential for an autonomous sense, beyond mere significance of the object, are of highest interest in his genuine quest to excavate the “philosophical” (das Philosophische) from the imaginary.[v] What does this mean? Whatever is in the intermediate space of the imaginary contains an intellectual context that reflects and informs reality.[vi] The density of this reflexive mesh reveals namable and discursive aspects of the object. Sepp terms the process of excavating the philosophical as « con-creative », as it involves both sides: the object and its analysis, respectively the analyzer, whereby Sepp emphasizes that this process should not be one of private concerns. The reciprocal and intermediate process of object and percipient reminds strongly of theories of perception and the attempt to integrate cultural forms in a semantic theory articulated by symbol theory in twentieth century philosophy. Also informed by Hegelian descent, Ernst Cassirer, for example, proposed a rather analytic conceptualization leading to a philosophy of art, which he unfortunately could not complete.[vii] Here the building up of sense data would supply the body with receptacles for meaning—capturing impressions in spatial substrata from where pre-rationative intellect and subsequently meaning would emerge. Yet, meaning making—and this is where Hans Rainer Sepp distinguishes his methodology from a genuinely hermeneutical approach—is not the purpose.[viii] He seeks the purely bodily and not yet articulated as that realm beyond being, but not non-existent. In this sense, the blurred and uneven monochrome in Strindberg’s Celestographs (1893-94) embodies this possible realm of meontic articulation.

Hans Rainer Sepp’s philosophy of imaginary things is particular, for it seeks to bring to light—or let speak—that, which is not there, but exists. Even at the bottom of our flesh. In order to carve out its shape, the author proposes a triadic conception of bodily functions from which the imaginary whole emerges: The first instance is the body of limits (Grenzleib), which Sepp describes as basic entity limiting the inside from the outside: The real of corporeality is composed of the body’s organs and its factual materiality in acting out movement until it reaches an impermeable.[ix] The second is defined in the body of direction (Richtungsleib), which is determined by the limits of the impassable. Only in the experience of bodily limits emerge spatial conceptions: Perspective, orientation, positioning. This threefold localization of the body provides a sense for movement and stasis and a sense of being embedded or disconnect.[x] Thirdly, the body of sense (Sinnleib) is conceptualized as intersection of limit and direction, in which the making of sense comes into play. This body of non-ontological meaning emerges from its limitations and given or received direction, and will only be sensible when it either experiences a disruption in its expansion process or crisis—as being thrown back on itself. In this instance, force can play a particular role to construct and manipulate sense, even defend the space and direction of bodily expansion. Hans Rainer Sepp sincerely suggests the contrary, and this presents a surprising turnaround from his continental tradition in phenomenology to Far Eastern and Buddhist philosophy, respectively a genuine intension to withhold from assent in a practical implementation of Epoché.[xi]

Hans Rainer Sepp spans his philosophy of imaginary things from these three dimensions to an openly framed and embodied epistemology of art, and reveals a deep understanding of the humanly need to localize, force and relate the self, embed and orient in social coordinates, and contemplate ahead of the ontological. He unfolds the most intricate process of correlation in the functions of bodies outside the body.


[i] Cf. PID, p. 23.

[ii] Cf. PID, p. 447.

[iii] Original text: „Was aber genau sind imaginäre Dinge? Wenn Dinge sinnlich wahrnehmbar, in sich einheitliche Gebilde sind und als solche etwas Körperhaftes haben, so kann man unter imaginären Dingen allgemein solche Gebilde verstehen, die eine Komplexität aufweisen, d.h. aus mehreren Bestandteilen bestehen, und in denen sich ein Zusammenhang von Sinn konzentriert, der auf andere Sinnbestände, die außerhalb von ihm liegen, verweist.“ PID, p. 17.

[iv] Cf. PID, p. 18.

[v] Cf. PID, p. 18.

[vi] Original text: „Imaginäre Dinge mit einem hohen Grad an autarker Sinnbildung enthalten in ihren Sinnstrukturen einen gedanklichen Zusammenhang, in dem Wirkliches sich reflektiert und der so über dieses Aufschluss gibt.“ PID, p. 20.

[vii] Cassirer, Ernst, 1979. Symbol, Myth, and Culture: Essays and Lectures of Ernst Cassirer 1935–1945. Yale University Press, New Haven, USA.

[viii] Original text: „Das Manko hermeneutischer Methoden besteht darin, dass sie gemeinhin auf ontologisch zugängliche Sinngehalte ausgerichtet sind und das nur meontisch Erreichbare verkennen, dass sie darüber hinaus nur auf Sinn gerichtet sind und folglich dasjenige vernachlässigen, worauf das Sinnbildungsgeschehen eines imaginären Dinges noch aufruht: auf seiner realen Körperlichkeit, die, wie angedeutet, mit Formen von Leiblichkeit derjenigen Subjekte korreliert, die in dem Umgang mit imaginären Dingen involviert sind.“ PID, p. 22.

[ix] Cf. PID, p. 25.

[x] Cf. PID, p. 30.

[xi] Cf. PID, p. 36.

Thomas Fuchs: Ecology of the Brain: The Phenomenology and Biology of the Embodied Mind

Ecology of the Brain: The phenomenology and biology of the embodied mind Couverture du livre Ecology of the Brain: The phenomenology and biology of the embodied mind
Thomas Fuchs
Oxford University Press
2017
Hardback £34.99
370

Reviewed by: Diego D'Angelo (Universität Koblenz-Landau)

Thomas Fuchs is one of the leading scholars worldwide trying to merge psychopathology, phenomenology, and neurosciences. In the German-speaking part of the world his name is mostly connected to his book (published in 2007) Das Gehirn – ein Beziehungsorgan. Thanks to his latest publication, this reference book is now available in English with some updates and improvements. This edition is, in Fuchs own swords, “completely revised and extended” (v) and offers an overarching analysis of his approach.

For the purpose of this review, I will not go into details describing the differences between the two edition – this would be mostly interesting for the German speaking readership – and I will restrict myself to the philosophical content, setting aside analysis of and implications for psychotherapy, psychology, and neurosciences. Instead, I will focus on giving a broad introduction to the work, spelling out the reasons why I think that Fuchs’ approach has to be taken very seriously in a wide array of contemporary debates, and what I think could profit from further refinement.

In order to properly sketch out the novelty and conspicuousness of Fuchs’ analysis, it is necessary to pick out, from the international panorama, the antagonistic positions. Having Husserlian and Post-Husserlian phenomenology as carrying pillars of his approach, Fuchs builds up his theory against common assumptions put forward by, on the one hand, (I.) representationalism (as a leading theory in the phenomenology of mind) and, on the other hand, (II.) by the view of the brain as a computational machine or, more broadly, every version of neurobiological reductionism. Interestingly, Fuchs claims that both these views rest on the same unwarranted assumption: they both beg the question, since they want to explain the human subject and her experiences, but end up presupposing this very subject in order to make sense.

  1. As for representationalism, grasping something as a representation (a picture, a sign, a symbol…) of something else requires someone able to grasp this relationship. As in Charles Sanders Peirce’s triangular semiotic relationship, a sign can be a sign of something only for someone that interprets this relation as a semiotic relation. Representationalism conflates sign and interpreter and is therefore not viable for the construction of a full-fledged theory of subjectivity.
  2. Let us assume, for the sake of argument, that the view according to which subjectivity and mind stand to the brain like software to hardware is right. The argument of Fuchs is metatheoretical: “How is the brain supposed to know itself? How should a physically describable and localized mechanism be in a position to bring forth the world of scientific experience in which it emerges at tthe same time?” (xvii) In standard approaches, the brain is the starting point (as that which produces the mind viz. consciousness) and the result (namely the theoretical product of a series of scientific and methodological steps that lead us to explaining its functioning) at the same time. The brain, even if understood as hardware, presupposes something capable to look and study it (its software): but the subject is nowhere to be found in the brain. Surely there would be no consciousness without the brain, but it is also true that “without consciousness there would be no human brain.” (228) Indeed, according to Fuchs “the mind is not in the brain, for it is the overarching manifestation, the gestalt, and the ordered patterns of all relations that we have to our environment as animate beings, and as humans to our fellow humans.” (207) The neuroscientist that forgets this and takes the brain as the sole origin of the mind “loses sights […] of his own subjectivity“ (43) and thereby of his own brain. Any discourse about the brain clearly presupposes what the brain is alleged to bring forth: namely, “conscious human persons who exist to communicate with each other.” (xvii) This critique can be widened in order to encompass not only theories about the brain, but even the scientific practice as such, and a longer quote explains this: “My thesis reads as follows: the problems of the relationship between brain and mind, as they present themselves today, emerge from a short circuit between the level of natural scientific, in this case, especially neurobiological constructs, and the level of intersubjective, life-world experience, from which the neurobiological special practice has developed and with which it remains always bound.” (62) In a Husserlian fashion, Fuchs claims therefore that “Neurobiology is primarily a highly specialized form of common practice arising from the life-world.” (63)

His own positive theory proposes, as stated by the title, a completely different view of the brain, the body, the subject, and the surrounding world. “We are not figments of our brains, but human persons in the flesh.” (291) The non-reductionistic approach Fuchs puts forward claims that the human person must be ecologically regarded as an organism in its totality, avoiding thinking that, as the adagio goes, we are our brains. The brain is not the production place of the mind, but an organ of relation with the body and with the environment. The brain is a mediating organ: “it can only be adequately understood as an organ of the living being in its environment.” (67) This central claim is quickly said, but not as quickly understood. What does it exactly mean?

First of all, Fuchs questions the centrality of the notion of the mind as something separated from the body and the Umwelt. Following mostly Merleau-Pontian phenomenology, but also the German tradition of philosophical anthropology (mostly Plessner), Fuchs stresses the unity of the living being, a unity encompassing life (as opposed to mind), body, and world, and grounded in intentionality (36 f.). Subjectivity is not restricted to the mind as a “property” of the brain, but is coexstensive to life of the organism and is therefore, in the concepts of today’s 4E cognition, extended: “The peripheral and autonomic nervous system, the senses, the skin, the muscles, the heart, the viscera – all these are carriers of subjectivity too.” (19)

Even if this may seem like a bold statement, its consequence is clear: what we are looking for is therefore not the origin of the mind in the brain, but the function of the brain (and of the central nervous system) in the global life of the human person as a living organism. The starting point, for Fuchs, is indeed the concepts of life and experience (leben and erleben, cf. 31). He argues, along with the phenomenological tradition, that the world experienced in perception is the world we live in and not a mere illusion to be corrected by science. This would amount to what he calls “the idealistic legacy.” (5) Instead, according to Fuchs’ phenomenological, embodied, and enactive paradigm, things are encountered as what they are, since “they are perceived as available for our interaction with them” (9) – they are at the disposal of our own body. This is an important point: the interrelatedness of brain, body, and world can only be stated if our perception of the world can be thought of as a genuine source of knowledge about the world itself and if, at the same time, our body is a part of it.

If the role of the brain is to connect and mediate, a crucial role in this process of mediation is played by the human body, which carries along a twofold structure: the body is both lived body (Leib) and living or objective body (Körper) (12-14). Following Thompson’s groundbreaking Mind in Life as well as Husserl’s Ideas II, the mind-body problem is rewritten as the “LeibKörper problem.” Consciousness is not “born in the brain,” but is an “enactment of life” (45) involving the whole living organism. The conception of embodied subjectivity put forward by Fuchs is thus ecological (whence the title of the book) thanks to the claim that the brain must be studied in conjunction with the whole body and the whole life of the organism, together with its surrounding world. Against the standard view, Fuchs stresses that “none of these emerges as a construct in the brain.” (75)

This rejection of the classical views of the mind-body problem (or of subjectivity as such) in no way amounts to a rejection of natural sciences, their experiments, or their results. One could suppose this to be the necessary conclusion drawn by Fuchs’ account, since this aims to thematize interactions and, in his own words, “mediations” that would be difficult to measure quantitatively within current standard of, e.g., neurobiology, neuophysiology, or even empirical psychology. But this conclusion is actually unwarranted. Fuchs’ approach does not claim for the life of the organism to be the unique object of philosophical, conceptual or phenomenological, reflection; instead, he claims that natural sciences and human sciences (in particular, philosophy and phenomenology) are both needed to achieve a description of the living organism because the living organism itself is two-sided. As stressed before, the dualism of living body and lived body requires two different ways of thinking about life, as instantiated by natural and human sciences. This, in turn, does not produce any kind of new dualism, since these aspects “are objectively distinct characteristics of one and the same living being” (80) – like the two sides of a coin (cf. ibidem). Another quotation helps understanding the full potential of undermining classical dualisms in favor of an “aspect dualism”: “[t]he lived body and life itself therefore become the bridge between the ‘mental’ and the ‘physical.’” Even if this conception still implies duality, namely as the dual aspect which the living being shows, such a duality corresponds not to two essentially distinct domains of reality, but rather to “two opposing perspectives and attitudes, which we can adopt towards life, and which are not mutually transferable.” (213)

Fuchs himself gives some hints at how this separation of the fields of work could be achieved. On the one hand, he dedicates long analysis to the biology of the organism, claiming that under this point of view the organism is to be understood as an active self-organising and autopoietic system in the sense already sketched out by Varela and Marturana in a series of publications, among them the classical The Tree of Knowledge. Since self-organisation and autopoiesis are based on interaction with the environment, and since “directed behavior came before the brain,” (87) Fuchs is able to explain (at least in very general terms) the necessity and vantages of having a brain from an evolutionary perspective: “an organ of integration became necessary […]. The C[entral] N[ervous] S[ystem] mediates, selects, and facilitates organism-environment interactions.” (87) In order to explain the complex feedback structure that impinges on these interactions, Fuchs introduces the concept of “circular and integral causality,” (94) that describes the reciprocal relation between organism and environment.

On the other hand, he suggests new ways to discuss central problems in classical philosophy and phenomenology of mind. The concept of representation, as we have shown before, has been criticized by Fuchs, but he gives us also a positive proposal in order to substitute for it. Instead of talking about representation or information, he introduces the notion of “resonance”, for this concept is able to show, at the level of the lived body, the same feedback structure we found at the level of the living body. The relation between organism and environment has a two-way directedness that has to be accounted for, and this is something that both the concepts of representation and of information fail to achieve. Thus, “the purpose of the cognitive system is not to construct mental representations of external states, but to provide possibilities for embodied actions within the world,” (108) again in accordance with claims recently put forward by 4E cognition. The concept of “resonance” is particularly apt because it describes not only the relation between body and environment, but also between body and brain (cf. 119). Applied to sense perception, the concept of resonance can be further specified as “mediated immediacy” (a concept obviously mutuated from Hegel), insofar as perception always means a mediated “remembering present” or a “re-creation,” (153) which is, in turn, the only immediate access to reality we have – thereby stepping outside of every naive realism, favoring instead a “realism rooted in the life-world.” (171)

In order to describe the interconnectedness of the brain with the surrounding world, a chapter of the book is dedicated to the concept of the person in its intersubjective ramifications. The brain is a “social organ” (175) and research in social cognition needs, exactly in a similar way as the one discussed above, to free itself from representationalism and reductionisms of sort in order to locate intersubjectivity already at the level of intercorporeality. As an example, Fuchs criticizes the hype around mirror neurons since “it should first be remembered that neurons cannot mirror anything.” (187) This is surely true, but at this point Fuchs seems to be unfair to current debates on mirror neurons. The “mirroring” of neurons is just a metaphor (which can be dangerous if substantiated without warrant, for sure), for they fire under certain conditions which involve both the doing and the seeing of an action (for an balanced analysis of mirror neurons also in the context of phenomenology and philosophy of mind see Rizzolatti & Sinigaglia, Mirrors in the Brain. How Our Minds Share Actions, Emotions, and Experience). But surely, Fuchs is right in pointing out that human sociality cannot be based alone on neural structure; for it to develop, “real intercorporeality and interaffectivity” (189) are required. Also in this case, Fuchs’ concept of resonance is introduced in order to replace representational concepts: mirror neurons do not “mirror” actions, but resonate socially. They do not represent something, but are rather “specific carriers of embodied social perception.” (191)

In order to sum up, we can say with Fuchs that consciousness “is nothing else but the human organism that one is” (218) and that therefore its origin is not the be found in the brain alone. Conscious experience is “an enactment of life” and “is the superordinate process, which shapes the participating structures at the microlevel, and is thereby incorporated in form of lasting dispositions.” (225)

To conclude, let me point to one way Fuchs’ positions could benefit from some refinement. As quoted above, the dual aspectivity of the lived and living body has the configuration of the two sides of coin – which is a usual metaphor and not at all problematic. But Fuchs further spins the metaphor, claiming that “no side of the coin impacts the other.” (233) Should this mean that the materiality of my objective body has no relation whatsoever to my experience? In this case, the claim would seem rather bold and rather implausible. But – clearly – this is not the claim: the claim is restricted to the absence of any direct, mechanistic psychophysical or psychosomatic causality. Three sets of problems arise here. Firstly, this claim is presented by Fuchs as the result of his analysis and is not defended in extenso. Secondly, I hold that the formulation “no side of the coin impacts the other” is too coarse and that a definition of “impacting” in this context would be required in order to falsify the first interpretation I gave of this claim. Thirdly, even if we restrict (in a charitable reading) the meaning of “impacting” to causal mechanisms, this seems hard to defend. Surely there is no 1:1 causality between the physical and the psychical, but when Fuchs states (as quoted above) that without brain there would be no consciousness (and also that without consciousness there would be no brain, for sure), then there seems to be some kind of direct causality in play. The brain is a necessary (although not sufficient) condition for consciousness, and it seems rather odd to claim that this relationship is in no way causal and in no way an impact. Even accepting his version of the emergence theory, claiming that material processes “facilitate or realize” functions of life, “initiate or trigger them as stimulus” and “disrupt and render them impossible” (248) seems different then claiming that there is no impact and no direct causality. Maybe I am missing something here, but since this certainly is a central piece of Fuchs’ account and indeed of any thematization of the relation between brain and consciousness, it would be nice to have more details as to how strong exactly Fuchs means his claim. I think my critique would hold even if, according to Fuchs, we would be willing to accept the idea of the brain as an “organ of freedom” (242) instead as an organ of determinism. If the brain somehow brings about freedom – by way of mediating, integrating, resonating – then we can claim that at least the possibility of freedom is causally created by the brain.

But this critique is only meant to show how far Fuchs’ approach can bring current discussions on these matters, more often than not swimming otherwise in really muddy waters. Understanding consciousnesses as embodied in an ecological way allows to avoid important impasses in current debates and opens new and astonishingly refreshing perspectives both for empirical and for philosophical research. Moreover, the book de facto bridges the long-standing and outdated divide between so-called analytic and so-called continental philosophy. By drawing from phenomenology, philosophical anthropology, philosophy of mind, and neurophilosophy (just to mention philosophical disciplines without venturing in a list of natural sciences on which Fuchs draws), he shows performatively that there is only good and bad philosophy. And being a piece of good philosophy, Ecology of the brain is a recommended reading not only for everyone interested in psychology, neurosciences, psychopathology and so forth, but also for anyone interested in theoretical philosophy today.

Thomas Fuchs: Ecology of the Brain: The phenomenology and biology of the embodied mind

Ecology of the Brain: The phenomenology and biology of the embodied mind Couverture du livre Ecology of the Brain: The phenomenology and biology of the embodied mind
Thomas Fuchs
Oxford University Press
2017
Hardback £34.99
370

Reviewed by: Valeria Bizzari (Clinic University of Heidelberg, Heidelberg, Germany)

“Embodiment theorists want to elevate the importance of the body in explaining cognitive activities. What is meant by ‘body’ here?” (A. Goldman, F. De Vignemont, 2009, 154).

All’interno del panorama filosofico e scientifico contemporaneo, la domanda posta da Goldman e De Vignemont solleva questioni quantomai spinose e attuali: Che cosa significa essere corporei? Qual è il ruolo del nostro cervello: strumentale o costitutivo della coscienza e del suo rapporto con il mondo? E’ possibile ridurre le attività del soggetto a sostrati neurali o è necessario tenere in considerazione altri elementi, in modo da non decontestualizzare e isolare la soggettività? In altre parole, in che senso è possibile oggi parlare di embodiment?

Nel nuovo libro del professor Thomas Fuchs, noto filosofo e psichiatra presso la Clinic University of Heidelberg, è possibile trovare esaurienti risposte a tali interrogativi. Ecology of the Brain, uscito nei primi mesi del 2018 ed edito dalla Oxford University Press, offre infatti una descrizione innovativa e accurata del cervello, ben lontana sia dai paradigmi neuroriduzionisti sia da quelli funzionalisti e emergentisti, ma ancorata ad un’immagine di soggetto come persona essenzialmente intersoggettiva e inserita in un mondo-della-vita che, a sua volta, ne condiziona lo sviluppo, in un processo circolare in cui cervello, organismo e ambiente hanno un ruolo egualmente fondante rispetto alla vita di coscienza.

Circolarità può essere considerata, in effetti, la parola chiave dell’intero libro: si parla di circolarità ontologica, nel definire lo status del cervello (non organo isolato, ma parte di un organismo vivente); di circolarità epistemologica (non è il cervello che conosce, ma la persona) e di circolarità eziologica (processi neurali e interazioni intersoggettive si condizionano a vicenda, plasmando il cervello e il rapporto soggetto-mondo).

I. Cervello, corpo e percezione

Nella prima parte del libro, Fuchs critica i paradigmi delle neuroscienze cognitive, secondo le quali il cervello è l’unico soggetto dell’azione e della percezione e il vero e proprio costruttore della conoscenza e del rapporto che l’individuo intrattiene con il mondo. Negli ultimi anni in particolare, complici le numerose scoperte neuroscientifiche che sono state fatte (basti pensare ai celeberrimi “neuroni specchio”, che sembrerebbero attivarsi durante la comprensione intersoggettiva) il corpo sta in effetti subendo una riabilitazione ontologica e cognitiva. Si parla sempre più spesso di “embodied cognition”, “embodied action” e “embodied emotions”. Tuttavia, come nota anche Fuchs, è necessario porre attenzione al modo in cui il corpo viene inteso, poichè la maggior parte delle teorie rimane ancorata a una concezione “meccanica”, di “corpo-cervello” del tutto scisso dalle attività di coscienza.

Le prospettive che, pur enfatizzando il suo ruolo, considerano l’embodiment qualcosa di puramente esterno alla percezione, e non costitutivo di essa, sono molteplici, e si possono schematizzare come segue:

  1. Minimal Embodiment: questo approccio, supportato in particolare da A. Goldman, sostiene che ogni cosa che abbia una benché minima importanza per la conoscenza umana avvenga nel cervello, “the seat of most, if not all, mental events” (A. Goldman, F. De Vigemont 2009, 154). Tuttavia Goldman, ponendosi in aperto contrasto con gli altri sostenitori dell’Embodied Cognition (EB), non considera il corpo (inteso come il fisico nella sua totalità) e l’ambiente elementi decisivi nel processo cognitivo. La priorità viene attribuita piuttosto a stati cerebrali, che il filosofo definisce Brain-formatted: ad esempio, nel contesto della cognizione sociale, gli stati cerebrali coinvolti saranno quelli localizzati nell’area dei neuroni specchio, secondo una logica che riduce l’embodiment a processi neurali. In quest’ottica, il cervello non si configura come una parte del corpo, ma, al contrario, il corpo è nel cervello, e le rappresentazioni “brain-formatted” sono “the most promising concept” per promuovere un approccio “embodied”. Questa prospettiva, che potremmo definire internalista e computazionale, ricorda un po’ l’esperimento del “cervello in una vasca”: paradossalmente, infatti, sembra sostenere un’immagine di cognizione disincarnata, in quanto la visione di corpo che supporta viene semplicemente ridotta a una simulazione di fattori corporei che avviene all’interno del cervello. Risulta difficile, quindi, considerare il minimal embodiment un’autentica versione dell’ EC: al contrario, ridurre la corporeità a meccanici processi cerebrali, sembra piuttosto una rielaborazione della classica prospettiva rappresentazionalista e computazionalista. In altre parole, pur fornendo numerose evidenze empiriche, la proposta di Goldman non sembra sufficiente a una descrizione esauriente del processo cognitivo. Tuttavia, come sottolinea Thomas Fuchs (ponendosi in continuità con la proposta di Louise Barrett (2011)), non è possibile concepire un cervello completamente scisso dal corpo, né tantomeno pensare a una priorità degli stati neurali. Al contrario, è necessario pensare al corpo nella sua totalità e nella sua connessione con l’ambiente;
  2. Biological Embodiment: In netto contrasto con il “minimal embodiment”, tale approccio (adottato da autori come Chiel e Beer, Shapiro e Straus) rivaluta il ruolo dell’anatomia e dei movimenti corporei considerandoli centrali all’interno del processo cognitivo, in quanto antecedenti qualsiasi operazione cerebrale di elaborazione delle informazioni. In tal senso, le strutture extra-neurali costituirebbero l’assetto a partire dal quale si modella la nostra esperienza cognitiva. Piuttosto che essere completamente determinate dall’attività neurale, le attività cognitive, così come i responsi motori, sembrano il risultato della nostra conformazione fisica: la flessibilità dei tendini, l’attività muscolare e il complesso funzionamento corporeo determinano infatti le attività “mentali” e Il movimento si configura così come una funzione decisiva per la percezione e l’azione. Le prove empiriche a favore di questa tesi sono molte: è stato dimostrato, infatti, che le vibrazioni producano patterns propriocettivi che inducono un cambiamento nella postura corporea, così come modificazioni della percezione dell’ambiente; allo stesso modo, variazioni ormonali possono condizionare processi cognitivi come la percezione, la memoria o l’attenzione. Nonostante tale approccio abbia dunque il merito di aver rivalutato il ruolo del corpo nella sua complessità, secondo un’ottica che si potrebbe definire gestaltica, il rischio è tuttavia quello di scadere in un mero riduzionismo biologico incapace di spiegare ciò che concerne la vita emotiva e morale del soggetto agente.
  3. Semantic Embodiment: Secondo tale prospettiva (che include, ad esempio, il lavoro di G. Lakoff e M. Johnson), il corpo, insieme alla sua postura e ai suoi movimenti, non solo determina il modo in cui facciamo esperienza del mondo, ma anche i significati che attraverso la percezione siamo in grado di cogliere. Rispetto alle proposte sopra descritte, tale modello di comprensione fa dunque un notevole passo in avanti attribuendo alla corporeità una responsabilità strutturale e contenutistica. In altre parole, la conformazione del corpo percipiente e le sue capacità motorie possono influenzare le valutazioni del soggetto a proposito dell’ambiente: ad esempio, grazie al fatto di avere le mani, percepiamo un oggetto come manipolabile, afferrabile e così via. Il contenuto della percezione sembra così direttamente provocato dall’ “essere corporeo” del soggetto. In particolare, a mediare tra esperienza corporea e rielaborazione concettuale sarebbe la metafora, intesa come il prodotto di schemi ricorrenti relativi all’immagine corporea (sopra-sotto, di fronte, a lato, dietro e così via). Il ruolo delle funzioni sensorio-motorie si rivela dunque la chiave del processo percettivo e cognitivo, così come la base del linguaggio condiviso. E’ interessante notare come il semantic embodiment possa essere assimilato dalla prospettiva della “cognitive linguistic”, di cui gli stessi Lokoff e Johson sono sostenitori: secondo tale approccio,  linguaggio e cognizione interagiscono costantemente, e la capacità linguistica non viene ascritta a un potenziale innato ma deriva dalle interazioni e dal contesto d’uso in cui le abilità linguistiche stesse si acquisiscono e si sviluppano. Sebbene rifiuti il rappresentazionalismo, tale corrente si pone comunque a metà tra una spiegazione fisicalista e un approccio che, invece, considera le relazioni tra organismo-ambiente come referenziali. Anche in questo caso, tuttavia, sembra che alcuni elementi della vita soggettiva, ad esempio l’affettività e tutto ciò che concerne la sfera del pre-riflessivo, non siano tenuti in considerazione, e che una spiegazione che si rifaccia alle tesi principali di questo genere di EC non renderebbe giustizia alla complessità e peculiarità di tali tematiche.
  4. Functionalist Embodiment: la versione più accreditata di tale modello di embodiment è quella definita “extended mind”, supportata da A. Clark e D. Chalmers. Secondo tali autori, considerare il processo cognitivo un’attività esclusivamente neurale costituisce un gravissimo errore. Essi suggeriscono, piuttosto, che la cognizione dipenda dall’azione incarnata di un sistema complesso, del quale possono far parte anche alcuni elementi ambientali. In quest’ottica, il ruolo del corpo non si risolve all’interno della disputa tra meccanismi neurali o corporeità intesa nella sua totalità, ma viene enfatizzata piuttosto la possibilità che il cervello e l’organismo vivente costituiscano un continuum con l’ambiente esterno: si ha dunque una visione di corpo come sistema esteso. Al fine di determinare cosa faccia effettivamente parte del processo cognitivo, Clark e Chalmers hanno elaborato una sorta di test, il Parity Principle, secondo il quale “If, as we confront some task, a part of the world functions as a process which, were it done in the head, we would have no hesitation in recognizing as part of the cognitive process, then that part of the world is part of the cognitive process” (A. Clark, D. Chalmers 1998, 8). In altre parole, secondo tale approccio, i meccanismi cognitivi non si trovano necessariamente ed esclusivamente all’interno della nostra mente. Nonostante, quindi, venga enfatizzata la necessità di una visione gestaltica del processo cognitivo, pare che, tuttavia, tale modello non dia priorità al soggetto inteso come corpo vivo, ma consideri l’organismo in senso meramente biologico, uniformando il suo ruolo all’interno della percezione a quello che, in certe occasioni, potrebbe assumere l’ambiente, in quanto entrambi possono ugualmente farsi latori di informazioni utili. Inoltre, la coscienza e l’esistenza corporea sono considerate come due elementi separati, caratteristica che rimanda al cognitivismo classico e che conferma una visione di fisico alla stregua del fisiologico.
  5. Enattivismo: la prospettiva enattiva sostiene la tesi secondo la quale il processo percettivo alla base della cognizione sia costituito dall’azione. Il più famoso esponente di un simile approccio è E. Thompson, che insieme a Varela e Rosch, nel testo The Embodied Mind riprende la fenomenologia merleau-pontiana e cerca di svilupparne alcuni concetti. Similmente alla “mente estesa” di Chalmers e Clark, anche in questo caso viene sottolineato il fatto che il processo cognitivo non si svolga esclusivamente nel cervello, ma sia distribuito tra corpo, ambiente e mente. Tuttavia, nel caso dell’enattivismo il corpo mantiene comunque la sua priorità, in quanto modella e influenza la percezione: gli aspetti biologici, infatti, incluse le emozioni e le caratteristiche meramente organiche, hanno effetto sulla cognizione, così come i processi sensorio-motori che regolano il rapporto tra individuo e ambiente. Alva Noë ha sviluppato un modello di cognizione enattiva ponendo in diretta correlazione le contingenze sensorio-motorie e le affordances ambientali, sostenendo la tesi secondo la quale “la cognizione è azione” e si baserebbe sull’ ”esplorazione” che il corpo fa dell’ambiente e sulle “structures of our biological embodiment” (F. J. Varela, E. Thompson, E. Rosch 1991, 149). Nonostante tale approccio enfatizzi, dunque, il ruolo del corpo inteso nella sua dinamica relazione con il mondo, ricordando alcune tesi del fenomenologo Merleau-Ponty, esso non chiarisce, tuttavia, in cosa consista il sistema cognitivo, né tantomeno offre una definizione univoca di esperienza cosciente. Non è inoltre chiarito a sufficienza in che senso il corpo possa avere una funzione costitutiva nel processo percettivo.

Combinando fenomenologia, neuroscienze, psicologia dello sviluppo e enattivismo, Fuchs propone dunque un modello alternativo, per il quale la percezione consiste in una relazione attiva tra soggetto incarnato e ambiente, e sostiene la tesi per cui la soggettività non è un epifenomeno di processi neurali, né tantomeno si possa identificare con il cervello. Le neuroscienze cognitive, infatti, commettono errori categoriali, che ricadono sotto il nome di fallacia mereologica e fallacia di localizzazione. La prima, identificata da Bennett e Hacker nel 2003, riguarda l’errore di identificare una parte con il tutto, in questo caso, considerando il cervello l’unico soggetto della percezione, quando invece è la persona nel suo complesso a farlo. La fallacia di localizzazione, invece, indica l’errore di attribuire specifiche esperienze fenomeniche a determinate aree del cervello. Tuttavia, come nota Fuchs, non è possibile localizzare le funzioni cerebrali, ma soltanto i loro disturbi. Inoltre, l’attivazione di un’area del cervello è condizione necessaria ma non sufficiente a una determinata funzione. In atre parole, la coscienza non è il cervello, nè tantomeno può essere considerata un prodotto del cervello. Vi sono numerosi altri fenomeni che vanno tenuti in considerazione, e che non fanno parte del mondo fisico, bensì del mondo-della-vita. La coscienza, infatti, emerge da integrazioni sensoriali-motorie del soggetto vivente con l’ambiente in uno spazio d’azione intermodale; è dotata di un’intenzionalità affettiva che la connota teleologicamente; è consapevole delle potenzialità del sé; integra varie esperienze nel tempo ed è capace di auto-esperirsi in relazione all’ambiente. Al livello neurobiologico è quindi necessario aggiungere il livello dell’esperienza intersoggettiva di sé. Enfatizzando la priorità del mondo-della-vita, Fuchs sottolinea la necessità, da parte delle neuroscienze, di divenire sociali e prendere in considerazione anche quegli aspetti esperienziali che di solito vengono considerati superflui. Il pericolo del rinnovato interesse nei confronti della corporeità è infatti quello di sfociare in una sorta di “neuromania” che consideri il cervello, e non la persona, il vero soggetto dell’esperienza.

Avvalersi di un approccio fenomenologico si rivela quindi adatto per descrivere al meglio la relazione chiasmatica che lega il soggetto al mondo. In particolare, la nozione di “corpo vivo” si rivela utile a tale scopo poiché implica un organismo psicofisico che, per mezzo delle sue capacità cinestetiche, e, quindi, del movimento, non solo riesce a fare esperienza dell’ambiente, ma anche di se stesso (autocostituzione del corpo vivo).

II. Un approccio fenomenologico alla percezione: l’importanza del corpo vivo

Secondo la prospettiva fenomenologica, sia il processo cognitivo che la stessa coscienza altro non sono che il prodotto del nostro essere incarnati. Il corpo costituisce il mezzo attraverso il quale il soggetto può vivere nel mondo e distinguersi dalle creature inanimate. Il corpo vivo, infatti, è caratterizzato dal fatto di essere intenzionalmente diretto verso l’esterno (ponendosi come punto di partenza per ogni tipo di conoscenza) e da un’auto-affezione che gli permette di essere consapevole di se stesso indipendentemente da qualsivoglia interazione con il mondo.

E’, in particolare, Merleau-Ponty a sostenere l’inseparabilità tra capacità corporee e coscienza: in altre parole, la nostra percezione del mondo dipende dagli aspetti strutturali della nostra esistenza corporea. Tale affermazione è confermata, ad esempio, dal caso dell’arto fantasma: pare, infatti, che i pazienti che abbiano sofferto dell’amputazione o della perdita di un arto continuino ad avere percezione dell’arto in questione, come se lo possedessero ancora. Secondo il fenomenologo francese questo caso dimostra in modo esplicito come l’intenzionalità motoria—pre-riflessiva e corporea- strutturi a fondo le esperienze, indipendentemente dalla situazione meramente biologica del soggetto. Il motivo per cui l’arto perduto viene esperito come “quasi-presente” consiste nel fatto che le strutture corporee continuano a fornire al soggetto la percezione del mondo esterno. L’arto fantasma è ancora “incorporato” e inserito nel mondo, che lo “invita” a interagire con esso e i suoi oggetti, nonostante il soggetto non sia più effettivamente in grado di farlo quando. In altre parole, nonostante l’evidente deficit, il mondo continua ad apparire come un luogo a cui l’ “io posso” del soggetto può ancora relazionarsi.

Il ruolo del corpo vissuto sembrerebbe, infatti, quello di strutturare l’esperienza percettiva e renderla significante. Tale tesi risulta evidente, ad esempio, al momento dell’acquisizione di una nuova abitudine: quest’operazione, infatti, non si configura affatto come il risultato di un’operazione meramente intellettiva che avviene per mezzo di rappresentazioni o inferenze, quanto piuttosto come un atto pre-riflessivo, involontario e corporeo. L’incontro tra corpo e mondo implica inoltre un rapporto dinamico e dialettico: la percezione, infatti, non si configura come una mera rappresentazione, ma lo stesso “corpo abituale” viene costantemente modificato dalla sua interazione con l’ambiente. Imparare a danzare, a suonare uno strumento o a scrivere a macchina comporta infatti un cambiamento delle affordances e della relazione intenzionale tra soggetto e mondo.

A partire da quest’immagine di percezione è possibile sostenere che il corpo vivo sia un elemento fondamentale dell’intero processo cognitivo, motivo per cui pare necessario riformulare il rapporto tra cognizione e coscienza e, piuttosto, pensare a un approccio embodied alternativo o comunque complementare a quelli precedentemente descritti.

All’interno di tale proposta il movimento assume una funzione fondamentale, poiché si configura come lo strumento principale attraverso il quale si forma la cognizione: attraverso i movimenti corporei, infatti, il soggetto esplora il mondo, percepisce le affordances e determina le sue abitudini (habit body). In altre parole, il processo cognitivo non è affatto plasmato da rappresentazioni, ma sembra piuttosto il risultato di una percezione essenzialmente incarnata, che avviene a partire da un corpo vivo. Le capacità corporee non sono quindi meri strumenti all’interno del processo cognitivo, ma costituiscono esse stesse la cognizione: seguendo queste tesi, potremmo addirittura affermare che la mente (intesa come l’insieme dei processi cognitivi) sia essa stessa il corpo.

Nella seconda parte del libro, Fuchs sviluppa quindi una visione di cervello compatibile con il mondo della vita esperienziale, e coerente con la dualità che caratterizza la soggettività, che è sì corpo fisico, ma anche corpo vivo, in perpetuo contatto con un mondo culturale e sociale che ne condiziona lo sviluppo.

E’ interessante notare come, in questo contesto, il processo cognitivo sembri avere caratteristiche affettive: il movimento si configura, ad esempio, come la prima risorsa comunicativa, fonte di concetti non linguistici e cinetici (spazio, tempo, forza..). Le attività motorie, così come le esperienze emotive, sembrano quindi gli strumenti principali per rapportarsi e conoscere il mondo, prima che subentrino capacità cognitive più complesse, il cui corretto funzionamento pare piuttosto derivare da esse. Lo sviluppo della percezione mondana sembra perciò dipendere da esperienze corporee complessive e irriflesse, il cui protagonista è il corpo vivo, il corpo che si muove.

Focalizzarsi sulle capacità cinestetiche e motorie, piuttosto che sui correlati neurali attivi durante la percezione, permette perciò di avviare un’indagine verso un percorso più promettente. In altre parole, la concezione gerarchica tra i vari elementi attivi nel processo percettivo deve essere ripensata. Sebbene, infatti, un corretto funzionamento neuro-fisiologico sia necessario, ancor più importanti ai fini di una corretta percezione sono il processo propriocettivo e le cinestesi dell’organismo percipiente: il risultato sarà una concezione olistica di soggetto, e una visione circolare di causalità. Fuchs parla infatti di causalità circolare verticale, che avviene tra cellule (livello base), organi (livello intermedio) e organismo complessivo; e causalità circolare orizzontale, che coinvolge percezione, movimento e ambiente. Causalità circolare orizzontale e verticale si condizionano poi a vicenda, in un meccanismo complesso e olistico che permette il ciclo di cognizione, percezione e movimento. In altre parole, esiste una risonanza costante tra organismo, cervello e ambiente, legame che un approccio riduzionista e fisicalista non è affatto in grado di spiegare  esaustivamente. Il corpo vivo si fa mediatore tra soggetto e mondo, e questo legame non può essere descritto in termini di “rappresentazione”, “mappe”, “simulazioni” o “rispecchiamenti”, ma come una vera e propria risonanza, un rimando continuo e pre-riflessivo tra qualità affettive, corpo, cervello e stimoli esterni.

Prendendo come esempio lo sviluppo della socialità, e descrivendo l’ intersoggettività primaria (ovvero il rapporto diadico tra neonato e madre, che si configura come la prima forma di sincronizzazione affettiva) e l’ intersoggettività secondaria (che implica lo sviluppo dell’attenzione condivisa e relazioni intersoggettive che comprendono l’uso di oggetti), Fuchs enfatizza come fin dalla nascita l’individuo sia, in effetti, pre-riflessivamente e corporalmente legato all’altro e al mondo: l’intenzionalità corporea e l’immediata consapevolezza delle proprie cinestesi caratterizzano il soggetto fin da subito.

L’azione corporea non sempre, quindi, è complementare alla cognizione, ma è possibile sostenere che essa stessa sia cognizione. La posizione di Fuchs è quindi coerente con ciò che afferma M. Johnstone: “The human mind is not contained in the body, but emerges from and co-evolves with the body… A human being is a body-mind, that is, an organic, continually developing process of events”(M. Johnson 2007, 279).

Grazie alle nostre capacità cinestetiche impariamo a rapportarci con il mondo, acquisiamo nuove abitudini, diveniamo in possesso di quel “saper fare”, la praktognosia, essenziale per il nostro ancoraggio al mondo in quanto presenze animate (e non come cervelli disincarnati e decontestualizzati).

L’esperienza non è un epifenomeno, ma ha un ruolo centrale per la comprensione della mente: è quindi necessario un ripensamento della comprensione dell’apparato cognitivo: la mente umana sembra infatti “incarnata” nell’organismo e “incorporata” nel mondo, perciò irriducibile a strutture cerebrali.

La nostra vita mentale sembra coinvolgere, inoltre, tre tipi di attività corporee interrelate tra loro: auto-regolazione, interazione intersoggettiva, percezione sensoriale-motoria. Un approccio che tenti di spiegare in modo esauriente tale sistema deve quindi tenere in considerazione non tanto la correlazione tra attivazioni neurali e stimoli esterni, quanto il rapporto dinamico tra soggetto e ambiente circostante. Di conseguenza, anche l’apparato neurofisiologico dovrà essere ripensato come qualcosa di plastico, attivo e in costante evoluzione. Il risultato è un’immagine di soggetto e mondo come elementi ugualmente coinvolti in un processo circolare e olistico incomprensibile da una prospettiva meramente rappresentazionalista: cognizione e coscienza (incarnata) sono quindi intimamente connesse.

Un ulteriore vantaggio dell’approccio fenomenologico adottato da Fuchs è inoltre quello di rendere giustizia alla corporeità nel suo complesso: il corpo vivo, infatti, implica qualcosa di più di un insieme di schemi sensoriali-motori funzionanti. Essendo un’entità essenzialmente psicofisica, il Leib include fattori pre-noetici che, tuttavia, hanno un ruolo attivo nella percezione, come, ad esempio, i fattori affettivi ed emozionali.

Come nota Gallagher (si veda, ad esempio, S. Gallagher, M. Bower 2014) infatti, gli elementi affettivi e passivi hanno un valore motivazionale che anima l’interazione tra soggetto e mondo: si pensi, ad esempio, al caso della fame, istinto in grado di condizionare e talvolta distorcere i giudizi cognitivi. Uno studio effettuato da Danzinger et al. nel 2011 ha infatti dimostrato che le decisioni dei giudici non sono mai totalmente il frutto della mera applicazione delle leggi: molto spesso, piuttosto, il loro stato psicosomatico gioca un ruolo fondamentale nell’emissione del verdetto. Allo stesso modo è stato dimostrato come le emozioni condizionino la percezione mondana e i processi cognitivi: questo ha fatto ipotizzare l’esistenza di una coscienza affettiva e incarnata la cui posizione all’interno dell’esperienza non sia del tutto passiva.

Tale descrizione di persona come organismo essenzialmente duale ha conseguenze importanti. Innanzitutto, il contributo di Fuchs permette di ripensare il cosiddetto “mind-body problem” in termini di interrelazioni tra mente e corpo, o meglio, tra organismo vivente e cervello. Si potrebbe sostenere che la sua sia una versione “forte” dell’emergentismo, che va tuttavia a dare priorità al tutto rispetto alle componenti, e a enfatizzare la reciprocità tra livello locale e livello globale (grazie al concetto di causalità circolare). Il peggior difetto delle teorie contemporanee a proposito del rapporto mente-corpo, infatti, è quello di escludere un concetto autonomo di vita, che Fuchs (con esplicito riferimento alla nozione di autopoiesi introdotta da Varela) prende invece in considerazione, convinto che non sia possibile parlare di soggetto, o mente, senza aver ben presente il fatto che questo sia essenzialmente un corpo vivo, dotato di e-mozioni e “gettato” fin da subito in un mondo tutt’altro che asettico e passivo.

III. Per una psichiatria diretta alla persona

Una simile concezione di soggetto ha inevitabili conseguenze anche in ambito psichiatrico: negli ultimi capitoli del libro, quindi, Fuchs affronta il tema della malattia mentale e dello statuto della psichiatria. Anche in questo caso la sua posizione risulta antagonista rispetto a antagonista a quegli approcci neurobiologici riduzionisti, secondo i quali la patologia mentale altro non è che un disturbo cerebrale. In tal modo, tali prospettive reificano il disordine psichico (infatti localizzano gli stati mentali in specifiche aree del cervello), e isolano il soggetto (in quanto considerano esclusivamente gli aspetti neurobiologici, indipendentemente dal contesto). Tuttavia, i disordini mentali non sono localizzati nel cervello, ma affliggono la persona e le sue relazioni con gli altri e con il mondo. Riprendendo il tema della circolarità, che funge da filo conduttore dell’intero libro, Fuchs sostiene che la malattia mentale stessa consista quindi in un processo circolare nel quale processi psicosociali (interazioni intersoggettive), interazioni tra cervello, organismo e ambiente, e processi neurali e molecolari all’interno del cervello si condizionano a vicenda. Oltre a una predisposizione genetica, nell’eziologia della psicopatologia hanno quindi un ruolo anche le prime interazioni sociali (che influenzano la maturazione epigenetica del cervello) e le influenze ambientali (quelle negative, ad esempio, comportano uno sviluppo deficiente delle capacità relazionali).

Di conseguenza, anche i trattamenti dovranno tenere in considerazione sia i processi neurali che quelli intenzionali interattivi. Alla farmacologia (che influenza l’andamento del disordine a livello neurale, modificando le attività cerebrali che, a loro volta, influiscono sull’esperienza soggettiva) si andrà quindi a sommare l’effetto di una terapia interattiva basata su uno scambio interpersonale che ha l’effetto di alterare gli schemi neurali. I trattamenti si configurano così come vere e proprie azioni, forme di comunicazione incarnata orientate alla persona nel suo complesso.

Come sosteneva Merleau-Ponty, infatti, “la malattia è una forma d’esistenza completa” (M. Merleau-Ponty 2003, 177), espressione di una particolare variazione dell’essere-al-mondo del soggetto colpito.

Cercando quindi di oltrepassare la mera interpretazione e catalogazione dei sintomi, l’approccio descritto da Fuchs sembra avere il merito di spiegare scientificamente in cosa consista la malattia e comprendere cosa significhi per il paziente l’esperienza psicotica. Enfatizzando la centralità degli aspetti pre-riflessivi dell’esperienza, una visione “circolare” di patologia riesce così a porre la dimensione pre-teorica, vissuta e emozionale al centro dell’indagine psichiatrica.

Risulta chiaro, quindi, come un approccio meramente riduzionista sia insufficiente a spiegare la complessità dell’esperienza della malattia: non è possibile localizzare la patologia in una specifica area del cervello, in quanto ciò che risulta compromesso è la soggettività nel suo complesso. La dualità enfatizzata all’inizio del volume, in cui il soggetto viene descritto come corpo fisico e corpo vivo, permette quindi di definire la psichiatria come una scienza che possiede un “soggetto-oggetto”, un orizzonte di significato che, come già aveva osservato Basaglia, necessita di un approccio integrativo, che oltrepassi il gap epistemologico tra un riduzionismo neurobiologista  e una psicologia che spiega i sintomi esclusivamente in termini di disordini interni alla mente. Mutuando un’espressione di Jaspers, è necessario un pluralismo metodologico che tenga in considerazione la complessità della coscienza, i suoi vissuti e il ruolo delle interazioni sociali.

Il libro di Fuchs riesce quindi ad offrire non solo una rinnovata immagine di soggetto, ma anche un’interessante e concreta proposta nel campo della psicopatologia: la circolarità descritta all’interno del libro non è perciò un concetto astratto, o una semplice metafora dell’interazione soggetto-mondo, ma una vera e propria direzione che le terapie dirette ai disturbi “mentali” (se così possiamo ancora definirli) dovrebbero assumere.

Ecology of the Brain permette quindi di trovare risposte soddisfacenti ai quesiti che ci si poneva all’inizio di tale recensione: embodiment non è un semplice attributo, ma un modo di essere del soggetto che va ben oltre i suoi sostrati neurali, poiché il corpo vivo si fa fin dalla nascita coscienza dinamica e intenzionale in cui processi vitali e fisici (Leben e Erleben) si intrecciano ontologicamente in modo inestricabile.

Bibliografia Essenziale

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Jasper van Buuren: Body and Reality, Transcript Verlag, 2018

Body and Reality: An Examination of the Relationships between the Body Proper, Physical Reality, and the Phenomenal World Starting from Plessner and Merleau-Ponty Couverture du livre Body and Reality: An Examination of the Relationships between the Body Proper, Physical Reality, and the Phenomenal World Starting from Plessner and Merleau-Ponty
Jasper van Buuren
Transcript Verlag
2018
Paperback 39,99 €
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